Sonntag, 3. November 2019

Losing Earth

Rowohlt Verlag 2019 / 234 Seiten 


"Losing Earth" ist leider kein Kultbuch, das irgendwelche Influencer auf instagram posten. Ich kannte das Buch auch nicht und bin zufällig drüber gestolpert als ich mal wieder auf der Homepage des Rowohlt Verlags gestöbert habe. Warum es kein Kultbuch ist, kann ich mir damit erklären, dass es eigentlich genau diesem ganzen Konsum-Wahn widerspricht, dem auf instagram so gut wie jede/r verfallen ist. Die App besteht mittlerweile nur noch aus Werbung und man wird von anderen Usern mit Markenware zugespammt. Immerhin spiegelt aber die App irgendwie auch das Konsumverhalten wieder, aber über instagram will ich nun hier nicht weiter sprechen.

Zusammengefasst legt "Losing Earth" offen, dass wir Menschen uns besser unseren Untergang vorstellen können als unsere Gewohnheiten aufzugeben. Wie Nathaniel Rich zu diesem Entschluss gekommen ist, liegt auf der Hand, man braucht nur in die Vergangenheit zu blicken. 

Die Klimakatastrophe, die wir nun schon spüren, hätte verhindert werden können. Anfang der 80er-Jahre als noch nicht alles so wie heute war, wo es noch echte Winter gab und das Ozonloch noch nicht völlig zerstört wurde, hätte die Menschheit es schaffen können, die Erde zu retten. 1979 erkennen nämlich zum ersten Mal in der Geschichte der Umweltlobbyist Rafe Pomerance und der Nasa-Forscher James Hansen, dass sich die Erde viel zu schnell erwärmt. Gleichzeitig zeigen sie auch auf, was  die Erwärmung begünstigt und wie diese verhindert werden kann und nennen auch Schritte, die vor allem die Politik hätte tun müssen, damit der CO2-Ausstoß, der  Hauptverursacher der desaströsen Erwärmungsbeschleunigung,  minimiert wird. Nach dieser Entdeckung entspinnt sich ein wahrer Kampf zwischen Wissenschaftlern und Politikern. Die einen im Versuch ihre Entdeckung publik zu machen und die anderen diese Entdeckung so schnell wie möglichst wieder unter den Teppich zu kehren und unbemerkt zu machen. Wenn man bedenkt, dass die 80er-Jahre die Hochblüte der fossilen Energiestoffe waren, dämmert dem Leser bzw. der Leserin auch recht schnell, warum das Interesse auf Seiten der Politik für die Umwelt kaum vorhanden war.

In diesem Buch werden wir also gleich einer Reportage über das Versagen der Politik bezüglich Umweltschutz aufgeklärt und zum Nachdenken gebracht. Das Buch macht wütend, hinterlässt einen fassungslos und vor allem bleibt die Frage offen, wie es in Zukunft mit der Welt wohl weitergeht. Wenn man Nathaniel Rich glauben kann, dann ist die Erde sowieso schon verloren und es mag auch tatsächlich so sein, dass er damit gar nicht so unrecht hat. Vielleicht sind wir Menschen auch einfach prädestiniert mit der Welt zusammen unterzugehen....

Ich fand dieses Buch sehr angenehm zu lesen. Auch LeserInnen, die normalerweise eher einen Bogen um naturwissenschaftliche Themen machen, sich gar nicht für Umweltschutz interessieren oder auch diejenigen, die sich noch nie über sowas Gedanken gemacht haben, werden hier leicht verständlich an die Thematik herangeführt. Mir gefiel auch der klare Schreibstil, der das Buch zu einem flüssigen und spannenden Lesevergnügen macht.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, es wäre gut, wenn dieses Buch mehr Menschen lesen würden und am besten auch weiterschenken! Also bitte lesen & weiter empfehlen!

★ verschlungen

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