Samstag, 15. Juni 2019

Karibische Affäre

FONTANA BOOKS / first publisched 1964

"A Caribbean Mystery" ist ein wunderbares und kurzes Sommerbuch, das ich in zwei Tagen ausgelesen habe. Dieses Mal nimmt uns Agatha Christie in die Karibik mit, wo Miss Marple gerade  auf der Insel St. Honoré Urlaub macht. Die alte und verschmitzte Dame fühlt sich ganz wohl im Inselparadies, wo es jeden Tag sonnig ist und alle Besucher in luftiger und eleganter Kleidung rumhängen und den Müßiggang pflegen. Nichtsdestotrotz wird sie das Gefühl nicht los, dass etwas fehlt. Zu Hause in St. Mary Mead war irgendwie immer etwas los und eine alte Dame konnte ihre Nase in fremde Angelegenheiten stecken oder zumindest über das wechselhafte Wetter seufzen. 

 Now that she had been here a week, Miss Marple had cured herself of the impulse to ask what the weather was like. The weather was always the same - fine. No interesting variations. "The many splendoured weather of an English day" she murmured to herself and wondered if it was a quotation, or whether she had made it up. 

Auf St. Honoré ist aber nicht mal das Wetter erwähnenswert und obwohl es zuerst den Anschein macht, dass hier einiges los ist, trifft Miss Marple immer wieder auf dieselben zehn Personen und auch sonst gibt es nicht viel zu tun und so ist Miss Marple gezwungen den langweiligen Geschichten des Major Palgraves zuzuhören. Nach der hundertsten Geschichte über seine Zeit in Kenia hört auch der höflichste Zuhörer nur noch halbherzig zu, was zur Folge hat, dass Miss Marple viele Details über die Erzählung eines Mörders entgehen, den Major Palgrave auch noch persönlich zu kennen scheint und als er gerade dabei ist ein Photo des besagten Mörders aus dem Portmonnaie zu ziehen, wird er von einem seltsamen Vorfall unterbrochen und sucht das Weite. 

Wenige Tage später wird der Major tot aufgefunden und Miss Marple beschließt dem nachzugehen.

This morning Miss Marple lay thinking soberly and constuctivevly of murder, and what, if her suspicions were correct, she could do about it.

In diesem kurzen Roman entsteht bei der Leserschaft bereits nach wenigen Seiten eine Vermutung wer der Mörder unter den Gästen des Golden Palm Hotels sein könnte. Aber nur dem scharfsinnigen Leser bzw. der scharfsinnigen Leserin gelingt es letztendlich das Erzählte richtig zu deuten und zu interpretieren. Ein Großteil der Leserschaft wundert sich aber vermutlich am Ende, wie man doch so uneinsichtig sein konnte und wieder einmal von Mrs. Christie verwirrt werden konnte. Ich muss zugeben, dass ich zum letzteren Part gehöre. Zwar hatte ich eine Vermutung, aber Mrs. Christie weiß einfach zu gut, wie man spannende Bücher schreibt und welcher Mittel es sich zu bedienen gilt, um den Leser bzw. die Leserin ins Staunen zu versetzen. In den meisten Fällen überliest man einfach wichtige Informationen, die oft zu Beginn der Erzählung gegeben werden und an die man sich einfach nicht mehr so detailliert erinnert bzw. sind diese Informationen natürlich bewusst sehr spärlich.

Eine weitere Geheimzutat Christies Bücher ist die Vielzahl an Personen, die vorkommt. Jede Person hat ihr Eigenleben und wird ausführlich beschrieben. Wichtige und unwichtige Informationen wechseln sich dabei ab. Bei der Menge an Input fällt es dann oft einfach schwer sich nochmals vor Augen zu halten, was jetzt zu welcher Person gesagt wurde. Deswegen braucht es auch scharfsinnige Leser bzw. Leserinnen, um am Ende tatsächlich den richtigen Mörder überführt zu haben. Christies Bücher sind also gut durchdacht.

Zusätzlich zu diesem Konzept hat "A Caribbean Mystery"  auch noch eine extra Portion Sommer- und Urlaubsfeeling und war für mich das perfekt Sommerbuch. Ich könnte es auch jedem empfehlen, der bisweilen noch nichts von Christie gelesen hat, weil es kurz ist und zu den besseren Büchern der Autorin zählt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

★ verschlungen!

Kommentare:

  1. agatha Christie in "A Caribbean Mystery" liest sich gut und hört sich ebenso "gut an,
    ich finde es sehr interessant dass du in deiner Rezension explizit erwähnst wie schnell man doch über etwas "langatmige Passagen" hinweglesen kann und damit automatisch gewisse Hintergründe -/ohne es selbst zu bemerken - nicht erfassen kann, - denn genauso ist es oft.
    Wird etwas langatmig und damit etwas anstrengender zu lesen - geben die meisten Leser auf und legen das Buch beiseite um sich interessanterer Lektüre zuzuwenden.
    Schade - sag ich dazu, man muss einfach durchgehend dranbleiben um einen Roman/Krimi/Abenteuerbuch ect. wirklich zu begreifen.
    danke für den Tipp...ich werd schauen ob ich`s kriegen kann...liebe Grüße
    herzlichst angelface

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    1. Hallo Angelface,

      bei Agatha Christie kommt zumindest für mich keine Langeweile beim Lesen auf. Ihre Bücher sind einfach zu spannend! Ich hätte bis dato noch nie ein langweiliges Buch von ihr erwischt. Aber es gibt viele andere Bücher, die wirklich langweilige Passagen enthalten und da ist es oft schwierig dran zu bleiben. Ich habe da oft einfach Kapitel übersprungen.

      Welche Christie-Bücher hast du denn schon alles gelesen? Danke für deinen Kommentar und ganz lg aus Österreich :))

      Tinka

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