Donnerstag, 18. Januar 2018

Die Kameliendame



Die Kameliendame ist wohl einer der schwülstigsten Romane, den die französische Literatur zu bieten hat. Die Franzosen lieben den Pathos und nicht selten enden dann die Romane aus dem Land der Bon Amour recht tragisch und mit viel Drama. Zugegeben ist mir das teilweise zu dick aufgetragen. Als ich dieses Buch unterm Weihnachtsbaum fand, dachte ich still und heimlich, oh! nein, nicht noch ein Dumas! Hat mir doch sein Buch Der Graf von Monte Christo schon einige Probleme bereitet, weshalb ich das Buch dann auch nicht zu Ende gelesen habe. Darüber werde ich eventuell noch rezensieren. Bei dem Buch die Kameliendame hat aber dieser recht pompöse und zur Oppulenz neigende Schreibstil irgendwie ganz gut gepasst. Die Tatsache, dass in der story sogar autobiographische Züge versteckt sind, machte es im Vergleich zum Grafen von Monte Christo dann nicht so unglaubwürdig und abschließend konnte mich das Buch dann auch begeistern. Was es noch über diesen kurzen Roman zu sagen gibt, erfährt Ihr nun in den nächsten Zeilen. 


Dumas liebt den Überfluss. Es kann gar nicht genug Prunk, Geld und Wohlstand in den Büchern vorkommen. So verkehren auch seine Figuren in besseren Kreisen und geben sich ganz und gar ihrer Verschwendungssucht hin. Dass man mit Geld nun alles kaufen kann, sogar die Liebe, von dem erzählt die Geschichte der Kameliendame, die mitunter auch seine eigene ist. In seinen Mittzwanzigern verliebte sich Dumas selbst in eine Kurtisane und so wirkt die erzählte Geschichte dann auch recht glaubwürdig, was man ja seinen anderen Geschichten nicht nachsagen kann.  


Das Herzblatt des Protagonisten heißt Marguerite Gautier, die eine heiß umworbene Kurtisane ist, die man(n) nur mit einer bestimmten Sorte von Blumen beschenken darf, nämlich mit Kamelien. Daher rührt auch der Name des Buches. Marguerite ist zwar nicht von Haus aus betucht, gebildet oder mit den Manieren einer Dame ausgestattet, aber sie hat andere Qualitäten und weiß ganz genau, was zu tun ist, damit Männer in die Spendierhosen schlüpfen. So manch einer ist an seiner Freigebigkeit zu Grunde gegangen, denn Marguerite muss mann sich erstmals leisten können. Davon kann bald auch der Protagonist Armand Duval ein Liedchen singen. Nun ja, es dauert nicht lange, da hat er schon Schulden angehäuft und mit dem Vater einen Zwist angefangen, aber natürlich brennt in Frankreich das Feuer der Leidenschaft umso heißer und so setzt Armand alles aufs Spiel und gewinnt Marguerites Herz, was aber dieses Liebesdrama erst recht ins Rollen bringt. Marguerite versucht fortan ihr Leben zu ändern und mit Armand ein neues Leben zu beginnen. Die Vergangenheit soll ruhen und das Leben der Kurtisane schließlich ihr Ende finden. 

Allerdings macht der Vater ihnen einen Strich durch die Rechnung und Marguerite trennt sich von Armand und kehrt auf Wunsch des Vaters ohne Armand zu informieren in ihr altes Leben zurück. Hui, ja, das gibt Stress. Armand ist daraufhin so verletzt, dass er in tiefe Rache verfällt und Marguerite das Leben zur Hölle macht, bevor er schließlich am Sterbebett ihre wahren Beweggründe für die Trennung erfährt. 

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Die Geschichte ist lebendig geschrieben, bleibt spannend bis zum Schluss und hat die richtige Portion Drama, um nicht zu langweilen oder langatmig zu wirken. Darüber hinaus handelt es sich bei diesem Buch um einen Klassiker, der für sich steht. Es gibt wohl genügend Gründe, weshalb das Buch auch 2018 noch seine Leserschaft findet. Das Leben im Rotlichtmilieu hat auch heutzutage an Faszination nichts eingebüßt und so fragt man sich natürlich, wie denn diese Menschen so leben, was sie tun und den ganzen Tag treiben. Dies war auch im Frankreich des 18. Jahrhunderts nicht anders. Davon erfährt man ganz nebenbei auch so manches. Geschildert wird, wie die Menschen lebten und speisten, womit sie ihre Freizeit verbrachten und wonach sie strebten und trachteten. Ganz spannend fand ich auch die Figuren in dieser Lektüre. Den Protagonisten Armand, der sich ganz seiner Leidenschaft hingibt, für die Liebe alles bereit ist zu opfern und auf der anderen Seite seine Kontrahentin Marguerite, für die zumindest zu Beginn alles nur ein Spiel zu sein scheint, bis sie dann schließlich auch ihrer Leidenschaft verfällt. Und so brennen die beiden für die Liebe und verbrennen sich an diesem Feuer letztendlich. Ein echter französischer Roman halt, was habt Ihr denn erwartet?

Das Buch ist demnach sehr lesenswert und ich hatte es dann in wenigen Stunden durch, weil sich dann Dumas Flammen auch auf mich ausgebreitet haben und ich einfach wissen musste, wie die Geschichte endet und ob diese verheerende Liebe eine Chance hat. Lesen, lesen, lesen! 

★ verschlungen!

Kommentare:

  1. Gibt es nicht zwei Dumas? Ich meine, das der Ältere den Grafen von Monte Christo schrieb, der jüngere (=der Sohn^^) die Kameliendame.

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    1. Ooooh du hast Recht! An das hab ich gar nicht gedacht 😃😃😃! Naja, dann hab ich vl ein Problem mit dem älteren Herrn ^^ lg

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    2. Ich habe von Dumas ein paar Sachen gelesen, ist aber schon länger her. Die paar Sachen, die ich vom älteren gelesen habe, fand ich recht nett, aber doch belangloser als es die Kameliendame war. Schade, das es vom jüngeren nicht noch mehr Titel auf deutsch gibt.

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    3. Nun ja, mein Lieblingsschriftsteller wird er wohl kaum werden, aber die Kameliendame ist ein gutes Buch und kann empfohlen werden 😊 Ich bin mir sicher, dass es auch viele Leute gibt, denen Dumas sehr gut gefällt ! Lg

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  2. Der Roman stammt von Dumas Junior. Den Graf von Monte Christo schrieb sein Vater.

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  3. das Buch der kameliendame hab ich mit 30 verschlungen und war begeistert vom französichen Flair den man beim Lesen so deutlich spürte...toll dass du es hier vorgestellt hast, ich hab doch glatt vieles daraus vergessen, gerade jetzt in winterlichen zeiten der manches Mal Langweile - aufder warmen Couch oder am glimmenden feuer, wenn man träumend in die Flammen schaut, ein absolutes Lesevergnügen...
    Wer den Stil von Dumas mag, da sag ich auch - LESEN - LESEN - LEsen...
    lieben Gruß
    angelface
    (ich mag einfach die Franzoden....auch, wenn sie manchmal etwas schwülstig sind! :-)

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    1. Huhu, freut mich, wenn mein Blog bei anderen für Freude sorgt ^^ betreffend Dumas, dem Älteren und seinem Grafen: ich konnte mich leider nicht für das Buch begeistern :/ vl nehm ich es in 5 Jahren wieder hervor und Versuchs nochmals damit! Lg

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