Dienstag, 26. September 2017

Stockholm im Herbst

Ein paar Metrostationen außerhalb vom Centrum entfernt, findet man idyllische Plätzchen in Stockholm

Hej, hej! Vergangene Woche war ich in Südschweden unterwegs. Als ich im hohen Norden ankam, wurde ich von einer recht herbstlichen skandinavischen Landschaft begrüßt. Auf dem Weg vom Flughafen in das Stadtinnere hatte der Nieselregen die schwedische Hauptstadt in einen düsteren Ort verwandelt, das machte der Stadt aber nichts, denn Stockholm sah auch verregnet total schön aus!!. Was ich  so alles gemacht habe dort, erfährt ihr in den nächsten Zeilen.  

Stockholm einmal anders

Das verregnete Wetter lud am ersten Tag zum Bummeln ein. Mit neuen Lederstiefeln und schwarzem Regenschirm trottete ich also in der Stadt herum und ganz schnell wurde mir bewusst, warum die Stadt als Venedig des Nordens betitelt wird. Über zahlreiche kleinere und größere Brücken sind ganz viele Inseln miteinander verbunden und diese ergeben dann die Stadt. Das ergibt ein ganz eigenes Feeling und macht die Stadt total einzigartig finde ich. So lief ich erstmals planlos herum und mischte mich unters Volk, das ist meiner Meinung nach auch die beste Möglichkeit, um die Gegend zu erkunden. Mir fielen gleich die vielen schicken Cafes auf und als meine Füße schließlich müde wurden, nahm ich in Waynes Coffe Platz. Für ca 100 Kronen gibt es einen großen Bio-Kaffee und ein leckeres Bio-Sandwich mit Bio-Salat und Dressing. Sehr lecker!!!


Waynes Coffee ist aber nur eines von vielen Kaffeehäusern in der Stadt, schließlich ist Schweden auf Platz 2 des weltweiten Kaffeekonsums hinter Finnland und so braucht man nirgendswo ein Cafe suchen. Das Espresso House, Schwedens Antwort auf Starbucks, hat allein in der Innenstadt über 17 Filialen. Kaffeetrinken hat in Schweden eine große Tradition und unter dem Begirff Fika findet sich eine eigene Kaffeekultur wieder. Sowohl in der Arbeitswelt als auch privat wird mehrmals täglich Fika gemacht, also Kaffeepause. Man verabredet sich dann in einem der vielen Kaffees oder ladet Freunde und Bekannte nach Hause ein. Zum Kaffee serviert man dann kleine schwedische Köstlichkeiten und vor allem Kuchen ist beliebt. Kanelbulle (Zimtschnecken), Kladdkaka oder Marodskaka sind typische Kaffeekränzchen Begleiter. Mir ist auch aufgefallen, dass viele Jugendliche Fika machen,  das ist in Schweden nicht nur etwas für alte Omis mit Stricksachen.

Am späten Nachmittag ging es dann für mich in die Långholmsgatan 42 für ein Treffen mit meinen schwedischen Freunden. Dort befindet sich die Lions Bar. Für gewöhnlich ist das Biertrinken in Skandinavien ein teurer Spaß, für ein kl. Bier zahlt man da schon mal 6 - 7 Euro. Nicht aber in der Lions Bar. Ich war total erstaunt, als die freundliche Kellnerin uns das Bier, um umgerechnet knappe 3,50 € servierte. Weitere preisgünstige Bars und Pubs in Stockholm findet man unter diesem Link.

Am nächsten Tag war ich am Abend wieder verabredet und wollte auf ein Konzert gehen. Davor hatte ich aber noch den ganzen Tag Zeit, mir etwas in der Stadt anzusehen. Über der Stadt hing noch der Nebel, aber nach und nach brach dann schließlich doch die Sonne durch. Die Altstadt, mit dem bekannten Viertel Gamla Stan, entpuppte sich als ein Touristenparadies, wo es an diesem Tag nur so von Menschen wimmelte. Ich mag das ja eher nicht so. Also verließ ich das Treiben nach einem kurzen Spaziergang wieder und beschloss was essen zu gehen. In Gamla Stan gibt es ganz viele kleine Kunstläden, Spezialwaren, Porzellanläden und ganz viele hippe kleine Bars und Restaurants. Empfehlen kann ich darunter Barrels Burger & Bier (da sollte man übrigens nicht übersehen, dass man warten sollte, bis einem ein Platz zugeteilt wird) und das Geronimo's FGT. Letzeres überzeugt vor allem durch die schöne Einrichtung, die an ein amerikanisches Diner mit Rock n Roll Flair ala Pulp Fiction erinnert. Auf der Karte gibt es verdammt leckeres veganes Mexian Food, Cocktails und zu später Stunde trällert man Karaoke-Songs bis spät in die Nacht. Das Geronimos ist aber auch unter den Locals sehr beliebt und deswegen sollte man nicht versäumen einen Tisch zu reservieren. Ich war mit einem Bekannten dort und wir sind bei der Bar gesessen, das aufgrund der oberhalb ausgestopften Eulen auch seinen eigenen Flair hatte. Vegan und ausgestopfte Tiere? Soll einmal einer die Hipster verstehen !


Einen Spaziergang ist auch die Museumsinsel Djurgården wert. Hier hab ich sehr viel Zeit verbracht. Auf Djurgården befinden sich alle großen und wichtigen Museen der Stadt. Das Nordisk Museum, das Vasa Museum, das Biologiska Museum, Skansen und viele mehr. Man könnte einen ganzen Tag hier verbringen und von Museum zu Museum hoppen. Da meine Zeit begrenzt war, hab ich mir nur das Vasamuseum angesehen, das das bekannte Vikingerschiff beherbergt. Auf meiner Liste wäre auch das schöne Biologiska Musett gewesen, es hatte aber leider geschlossen. Wie mir ein Bekannter erklärt hat, soll es in nächster Zeit auch geschlossen bleiben, da es keinen wirklichen Führer mehr findet, der alte Herr, der es bis dato in seine Hände nahm, ging leider in Pension. Nichtsdestotrotz lohnt es sich dort vorbeizuschauen, weil das Museum komplett aus Urwaldholz besteht und das große Eingangstor verzaubert mit den alten Schnitzereien im wikingerzeitlichen Kunststil, der der nordischen Mythologie huldigt. Das schöne Museum wurde 1893 vom Konservator Gustav Kolthoff gegründet und ist vom Architekten Agi Lindgren  im Stile einer Stabkriche  entworfen worden.

wunderschöne Schnitzereien zieren das große Eingangstor des Museums
Eine Insel weiter liegt entlang der Strandvägen das Restaurant- und Museumsschiff Ångbåtsbryggan im Hafen. Entlang der Strandvägen lässt es sich flanieren, viele kleine Strandbars säumen den Hafen. Im Sommer pulsiert hier das Leben. Während ich in Stockholm war, hatten die Strandbars aber fast alle geschlossen. Aber ich mag Schiffe und Meer und bin dort gern rumspaziert.

 
Den Abend hab ich wieder mit Freunden in einigen Bars verbracht. Wer gerne Metal & Rock hört, der sollte im Pub Anchor oder im Coppendales vorbeischauen. Allerdings liegen hier die Preise für Bier bei 6€ für ein Pint. Stockholm hat eine große Musikszene, so spielen eigentlich fast täglich irgendwo Bands ohne dass man dafür Eintritt zahlen muss. Apropo Bands, ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen beim Grab vom ehemaligen Sänger der Black Metal Band Bathory vorbeizuschauen. Der Friedhof befindet sich vom Stadtzentrum Gamla Stan ungefähr 7 Stationen mit der Metro in Richtung Sandsborg. Grüne Linie - Nr. 18. Der Sänger teilt sich dort das Grab mit weiteren Familienmitgliedern und es liegt in der Nähe vom Eingang, Bereich 1. Auf der Homepage www.findagrave.com wird einem im Falle des Nichtfindens weitergeholfen :)


Ich war 4 Tage in Stockholm und hab mich ein bisschen in die Stadt verliebt. Stockholm bietet viel Sehenswertes und die Menschen sind sehr entspannt dort. Ich habe viele neue Leute kennengelernt und viel Party gemacht, viel gesehen, viel angeschaut, mich verliebt und tättowieren lassen :) Eine Erinnerung, die für immer bleiben wird. Stockholm ich komme wieder, vielleicht schon im Winter :) 

Collect memories not things!

Kommentare:

  1. Sehr schöner Bericht, habe echt Lust direkt loszufahren. War schon ewig nicht mehr in Stockholm :)

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    1. ich würde auch gleich wieder meine Koffer packen und erneut hinfahren ^^

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