Montag, 7. August 2017

Mittsommermord

dtv Verlag / 605 Seiten / erschienen 2004

Bei Henning Mankell fühle ich mich einfach zu Hause. Jedes Mal wenn ich ein Buch des schwedischen Autors aufschlage, bin ich spätestens nach drei gelesenen Zeilen ein Teil seiner Geschichten. Vor meinem geistigen Auge eröffnet sich mir dann die schwedische Schärenlandschaft mit roten Ferienhäusern, Dünen und kräftig leuchtenden Lupinenfeldern. Fast alle Orte, die in den Büchern vorkommen, gibt es wirklich und ein paar davon hab ich sogar schon besucht :) Ich kann mich bei seinen Büchern so gut auf die beschriebene Welt einlassen und liebe seine detailliert gestalteten Figuren. Sie sind teilweise so echt, dass man das Gefühl hat, irgendwo in Südschweden wohnt tatsächlich  dieser kauzige Kommissar, der sich in den Büchern Mr. Wallander nennt. 

So manche schöne Lesestunde hab ich mit dem introvertierten Ermittler  verbracht und von den insgesamt 11 Krimifällen aus der Wallander-Serie fehlen nicht mehr viele Bücher und dann hab ich sie auch schon alle gelesen. Man kann die Bücher übrigens auch ohne chronologischer Abfolge lesen, aber ein paar Stellen in dem ein oder anderen Buch beziehen sich dann doch auf Vergangenes. Dies ist aber für die Erschließung der Handlung nicht so wichtig. Ich persönlich habe auch nicht alle Bücher chronologisch gelesen. 

Mittsommer ist Wallanders 8. Fall. Es spielt wie der Name schon vermuten lässt zu Mittsommer und erzählt die Geschichte eines Serienmörders, der im Sommer in Schweden sein Unwesen treibt und es auf glückliche Menschen abgesehen hat. Wer schon einmal ein Buch von Mankell gelesen hat, der weiß, dass der Autor in seinen Büchern eine eher atmosphärische Welt kreiert und ohne viel Blut und Verfolgungsjagden auskommt. Dennoch sind seine Bucher total spannend und ich kann sie meistens nicht mehr aus der Hand legen, bis ich sie durch habe. Während also die Menschen in Mittsommer sich auf das große Fest vorbereiten, ins Grüne fahren oder Blumen für den Mittsommerkranz sammeln, finden Wanderer bei einem Spaziergang die Leichen dreier Jugendlicher. Deren leblöse Körper sind mit Miedern, Hemdkrausen und Perücken herausgeputzt worden. Natürlich handelt es sich um Mord. Gleichzeitig wird ein Polizeikollege Wallanders mit zerschossenem Gesicht in seiner Wohnung gefunden und der Kommissar hat alle Hände voll zu tun. Denn nach der Reihe tauchen immer mehr Leichen auf und sie scheinen alle zu einem Mörder zu passen. Wallander stürzt sich in die Ermittlungen und muss feststellen, dass er so manches über seinen Kollegen nicht gewusst hat. 

Auch dieses Buch ist wie alle anderen Krimis von Mankell gut und logisch geschrieben. Wer sich ein bisschen mit dem Autor beschäftig hat, der weiß, dass es für ihn nicht reichte, einfach nur einen spannenden Krimi zu schreiben mit unerwarteten Wendungen. Mankell war ein Moralist, ein 68er und ein Mensch, der sich für die Aufklärung und das Gute einsetzte und somit findet man auch in seinen Büchern immer auch bei den Figuren und Wertevorstellungen die Gedanken eines linken Moralisten wieder. Sein Kommissar Mr. Wallander ist stets um Aufklärung bemüht und kämpft unermüdlich für das Gute. Dabei ist er selbst nicht perfekt. Alkoholiker, Diabetike, Grübler, Introvertiert und geschieden. Ein Mensch mit vielen Facetten und so wird es aufgrund der Hauptfigur schon niemals langweilig in Mankells Krimis. Auch Mittsommermord besticht durch Spannung, Moral, eine gute Schreibweise, eine interessante Geschichte und war für mich persönlich wieder ein totales Lesevergnügen, das mich direkt nach Südschweden katapultiert hat. Nach dieser Lektüre hab ich richtig Lust bekommen noch etwas aus dieser Reihe zu lesen und vl gibt es schon bald eine weitere Rezension zu einem Wallander Fall auf meinem Blog !

verschlungen!

Kommentare:

  1. Henning Mankell lese ich besonders gerne. Tolle Rezension. Klingt nach einem wirklich guten Buch. Wir würden uns freuen, wenn Du auch einmal bei uns vorbeischaust!

    Neri, Leselaunen

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    1. Liebe Neri,

      vielen Dank für deinen netten Kommentar. Ich mag Henning Mankell wie man wahrscheinlich schon in meiner Rezension herauslesen konnte auch sehr gerne. Abgesehen von seinen Krimis hab ich auch die anderen Bücher von ihm gelesen und auch einen Aftikaroman (Die rote Antilope)und bis jetzt war ich immer sehr begeistert.

      Schau auch gerne bei deinem Blog vorbei ;) bin stets auf der Suche nach neuen Blogs & Inspirationen!

      Lg Tinka

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