Montag, 3. Juli 2017

Butcher's Crossing


Über dieses Buch bin ich des Öfteren gestolpert und die vielversprechenden Beschreibungen machten mich neugierig darauf.  Spätestens als ich dann die Rezension auf dem sogenannten privatereadersbookclub gelesen habe, musste das Buch dann bei mir einziehen. Momentan bin ich lektüretechnisch viel im Westen Amerikas unterwegs, so lese ich gerade nebenbei "Vom Winde verweht" und einige Bücher über die Geschichte der Indianer. Themamäßig passte also John Williams Buch auch gut dazu. 

Die Handlung spielt somit im Wilden Westen und es geht, wie man vielleicht vermuten kann, um die Suche nach Freiheit. Der Protagonist, Will Andrews lässt sein Bilderbuchleben, bestehend aus gepflegter Mittelschicht und Elite-Uni, hinter sich und bricht ins Ungewisse auf. In Butchers Crossing, einem kleinen Städtchen vor den Toren von Kansans macht er halt und stoßt auf den Büffeljäger Miller. Zunächst scheint dieser kein Mann großer Worte zu sein, dennoch lockt er den Neuankömmling mit Geschichten von riesigen Büffelherden in sein Unternehmen einzusteigen. Will und einige andere Kompanions treten die Reise an und erhoffen sich Geld, Abenteuer und Freiheit. Als sie aber einen ganzen Winter lang in der Prärie eingeschneit werden, müssen sie erkennen, dass das Leben als Büffeljäger kein Zuckerschlecken ist. 

Meine Meinung: 

Beim Lesen dieses Buches kam bei mir leider keine Sehnsucht nach Abenteuer und Freiheit auf. Bis zur Hälfte etwa (Seite 180 herum) musste ich das Buch leider immer wieder weglegen, weil es mich einfach gelangweilt hat. John Williams Schilderung über das Leben in Amerika um 1870 herum erschien mir bedauerlicherweise sehr unrealistisch und zu weit weg.  Die Art und Weise, wie der Autor schreibt, konnte keine Bilder in meinem Kopf erzeugen. Da ich mich studienbedingt viel mit dem Wilden Westen beschäftigt habe und viele andere Werke diesbezüglich lesen musste, ist "Butchers Crossing" kein geglückter Versuch diese Welt einzufangen. Sehr unrealistisch fand ich zum Beispiel die Beschreibung der Städte und Lebensweisen der Menschen. Und dann sind da diese Protagonisten, die total unlebendig durch diese schon sehr karg beschriebene und sehr distanzierte Prärie reiten. Für große Distanz sorgten auch die Schilderungen der Gedanken und die Motivation der Figuren. Motivation war nämlich nicht wirklich vorhanden. Will Andrews ist total unempathisch und hat absolut keine Ziele. Er lässt sich treiben und tut, was man ihm aufträgt ohne irgendetwas zu hinterfragen und über etwas nachzudenken. Gehts noch langweiliger? Für mich muss ein Buch einfach fesselnd sein, ich möchte beim Lesen mit den Protagonisten leben und leiden, in ihre Gedankenwelt eintauchen und die Atmosphäre eines Buches muss lebendig sein. Bei dieser Erzählung gibt es eine unüberbrückbare Distanz, die das Buch erstens unrealistisch macht und zweitens auch sehr unglaubwürdig.

Gibt es hier jemanden, der das Buch auch gelesen hat und anders darüber denkt? Mich würden andere Meinungen dazu sehr interessieren. 

Für alle Buchclub-Mitglieder bietet der dtv - Verlag unter diesem link Material an, das vielleicht die ein oder andere Diskussion aufwerten könnte.

nicht mein Fall!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Blogger Widget
Contact GitHub API Training Shop Blog About © 2016 GitHub, Inc. Terms Privacy Security Status Help