Dienstag, 13. Dezember 2016

Der große Gatsby


Spätestens seit der Verfilmung mit Superstar und Oskargewinner Leonardo DiCaprio ist der große Gatsby zu einem richtigen Kultbuch geworden. Es hat mich also nicht verwundert als das Buch zur November-Lektüre in unsrem Buchclub mit großer Stimmenmehrheit gewählt wurde. Und da der Penguin Verlag gerade eine wunderschöne gebundene Ausgabe hat, hab ich mich auch sehr auf das Lesen gefreut. Das Buch konnte aber dann meine Erwartungen nicht so ganz erfüllen.

Über Fitzgerald war mir sehr wenig bekannt, er hatte aber wie so viele Schriftsteller mit Alkoholproblemen zu kämpften, führte anscheinend ein glamouröses Leben und sorgte dank seiner Ehe mit Zelda Fitzgerald immer wieder für Schlagzeilen. Fitzgerald verkörpert das Jazz-Age und thematisiert in seinen Büchern die Goldene Zeit der 20er.

In seinem Roman "Der große Gatsby" entführt er uns in eine schillernde Welt der 20er Jahre an die Ostküste Amerikas, nach New York. Die Stadt ist durch das Tal der Asche (Valley of Ashes)  zweigeteilt in East Egg und West Egg. Je nachdem in welchem Teil jmd lebt, sagt über ihn aus, ob er schon immer reich war oder zu den Neureichen gehört. Der Protagonist als auch Mr. Gatsby leben beide in West Egg, das unter den East Eggern nicht besonders angesehen ist. Sie empfinden die Leute als nicht gebildet, weil sie mit ihrem Geld protzen und aus keinem guten Hause stammen und deswegen auch nicht über die für hohe Gesellschaften typischen Manieren und Konventionen verfügen.


Mr. Gatsby ist der Prototyp der West Egger, reich, gut gekleidet, nicht besonders gebildet. Er lebt in einem großen Haus und gibt jeden Tag schillernde Parties. Woher sein umfangreiches Vermögen stammt, ist aber ein Misterium für sich, was natürlich für großen Tratsch und Klatsch sorgt. Aber nicht nur deswegen ist er in aller Munde, er fährt auch gerne protzige Autos spazieren und bleibt den Parties in seinem Haus fern. Auf der anderen Seite lebt Gatsbys Liebe-des Lebens, die schöne Daisy. Bevor Gatsby in den Krieg ziehen musste, verliebten sich die beiden und Daisy versprach auf ihn zu warten, was sie aber dann letztendlich nicht gemacht hat. In seiner Abwesenheit heiratete sie den reichen Football-Spieler Tom Buchanan und lebt seitdem in East Egg. Erzählt wird die Geschichte von Daisys Cousin Nik, der sich ein kleines Haus in Westegg kauft und zufälligerweise liegt dieses dann auch ein paar Meter entfernt von Mr. Gatsbys. Er ist zwar in seiner Erzählweise sehr objektiv, wird dann aber im Verlaufe der Geschichte ein Freund und Vertrauter Gatsbys. So fädelt er auch ein Treffen zwischen Daisy und Gatsby ein, indem er beide zum Tee in sein Haus einlädt. Dann beginnt eine erneute Romanze zwischen ihnen, die aber dann ein tragisches Ende findet. Aber das liest man am besten selbst nach!


Meine Meinung:

"Der große Mr. Gatsby" ist eine Liebesgeschichte mit viel Hollywood-Potenzial. Mir war das Buch leider zu unrealistisch, weshalb ich mich dann auch nicht ganz auf die Geschichte einlassen konnte. Banale Zufälle (der Ich-Erzähler zieht in ein kl. Bruchbude-mäßiges Haus, das neben der Villa Gatsbys liegt) machten es leider nicht besser. Seltsam fand ich auch, dass Daisy und Gatsby beide reich sind, in unmittelbarer Nähe leben, sich aber seit 5 Jahren nicht gesehen haben. Naja... Die erste Hälfte des Buches empfand ich als inhaltloses bla bla, es passiert nicht besonders viel, auch die Schreibweise ist eher einfach! Ein paar poetische Passagen heben das Niveau manchmal ab, aber das wars dann auch schon. Der großer Knaller blieb für mich leider aus. Mr. Gatsby bleibt zwar sehr lange misteriös und man fragt sich, woher denn diese ganze Kohle jetzt stammt, als der Schleier dann fällt, gibt es nichts Unerwartetes. Er ist auch nicht so besonders, wie er beispielsweise im Film dargestellt wird. Im Buch kommt Mr. Gatsby viel unscheinbarer daher, wenn nicht gerade etwas platt. Letztendlich dreht sich die ganze Geschichte um die Liebe zu Daisy, die sie aber meiner Meinung gar nicht Wert ist. Daisy war mir einfach viel zu sehr unsympathisch! Fitzgeralds Schreibstil ist karg, er sagt nur, was wirklich gesagt werden muss. Vieles bleibt verborgen und dem Leser überlassen. Auch die Beschreibung der Figuren fällt nicht so detailreich aus. Ab und an werden  Klassenunterschiede in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten thematisiert, ebenso wie Probleme durch Alkoholismus oder Depressionen. Leider viiiel zu kurz. Vorherrschend sind dann trotzdem Schilderungen von Glanz und Glamour, Champagner und Prunk. Für mich leider ein oberflächliches Geplänkel ohne viel Tiefgang!

Im letzten Drittel des Buches passiert das Wesentliche und das Buch endet mit einem schönen Abschlusssatz:

"Gatsby believed in the green light, the orgastic future that year by year recedes before us. It eluded us then, but that's no matter - tomorrow we will run faster, stretch out our arms further ... And one fine morning - So we beat on, boats against the current, borne back ceaselessly into the past"

Fazit:

Das Buch wurde meiner Meinung zu unrecht gehypt, es ist vielleicht für den einen oder die andere eine schöne Geschichte mit Hollywood Manier, aber leider kein Knaller. Insgesamt konnte ich dem Autor die Geschichte irgendwie einfach nicht abnehmen, sie ist mir zu realitätsfern! Man kann es lesen, versäumt aber nicht viel, wenn man es nicht gelesen hat!

ok

Kommentare:

  1. Ich glaube vorher habe ich meinen Kommentar nicht richtig abgeschickt, falls doch, sorry für den Doppler :-).

    Interessant, was Du über das Buch schreibst, ich bin sehr gespannt, wie es mir dann gefallen wird. Ich lese es nämlich im Januar im Rahmen der Panem-Challenge, das Monatsthema ist dann Prunk, Luxus, Geld, da passt es ja gut rein. Mal sehen, wie es mir damit gehen wird :-).

    Liebe Grüße

    Claudia

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    1. Liebe Claudia!

      mit diesem Buch hast du voll ins Schwarze getroffen bei diesem Thema. Mir hats leider nicht sondermaßen gefallen, aber vl magst du es ja. Bin auf jeden Fall gespannt, was du dann darüber schreibst. LG

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  2. Ich habe den Film gesehen und werde das Buch wahrscheinlich nicht lesen. Da würde ich eher noch zu einem anderen Werk von Fitzgerald greifen, aber sonderlich sympatisch ist mir der Autor auch nicht, da er nicht gerade liebevoll mit seiner Frau Zelda Fitzgerald umgegangen ist, die ja dann auch in einer Nervenklinik endete.

    Aber zurück zum Buch, deine Ausgabe finde ich von der Gestaltung einfach wundervoll. Es gehört für mich zu den schönsten Buchcovern, zusammen mit der Ausgabe von Sturmhöhe, was auch von der Büchergilde gestaltet wurde. Leider kann ich mit beiden Büchern nicht viel anfangen, wobei ich doch gerne beide auf Grund des Covers besitzen würde, aber so verrückt bin ich dann doch nicht.
    Daisy fand ich übrigens auch sehr seltsam.

    Liebe Grüße, Anja

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  3. Liebe Anja!

    Den Film hab ich auch gesehen, fand es wunderbar dass er sehr nahe am Buch war° Es wurde nichts dazu erfunden oder ausgespart. Mr. Gatsby ist im Film viel glamouröser und eine interessante Figur. Daisy bleibt im Film auch unsympathisch!! Also wenn du den Film gesehen hast, verpasst du nichts! Oooo..jaa diese Ausgabe ist total schön! Der Penguin Verlag hat einfach so viele schöne Bücher. Sturmhöhe gehört zu meinen Lieblingsbüchern, warum hat es dir denn nicht gefallen?

    Wünsch dir einen schönen Advent und lg

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    1. Ich habe eine alte Ausgabe von Sturmhöhe und bin irgendwie in den Text nicht reingekommen. Habe nach 20 Seiten abgebrochen. Ich weiß einfach nicht wieso, der Funke wollte irgendwie nicht über springen. Vielleicht versuche ich es später noch mal. Total komisch, sowas habe ich eigentlich selten.

      Liebe Grüße, Anja

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    2. Okey hm...vl liegts einfach an der Übersetzung!? Ich mochte es sehr gerne 😊 Ja! manchmal ist ein zweiter Anlauf nötig - einfach nochmals probieren ^^ Lg

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