Donnerstag, 29. September 2016

Karhunkierros / Bärenrunde

...über Seen, Wild-Campen, Rentiere und endlose Wälder.


Der Sommer ist offiziell vorbei und ich erinnere mich mit gr. Wehmut an meine Zeit in Finnland...naja... da ich heute ein bisschen den Blues habe, hör ich jetzt Elvis und schreib endlich diesen Beitrag über meine 1-Wöchige-Wander-Tour in Lappland. Es war das erste Mal für mich, dass ich so lange alleine unterwegs war und sicher nicht das letzte Mal!

Die Bärenrunde (finn. Karhunkierros) eignet sich sehr gut für Wanderer, die noch keine Langstreckenerfahrung besitzen. Man ist eigentlich fast die ganze Zeit über mit Wasser versorgt, da man das Wasser in Lappland aus den Flüssen und Seen problemlos trinken kann. Das ist bei einer solch langen Wanderung sehr wichtig und das Wasserschleppen fällt dadurch auch weg. Auf den knappen 83 km gibt es viele Übernachtungsmöglichkeiten in Form von Wildhütten und Zeltplätzen. Außerdem wurden entlang der Bärenrunde zahlreiche Laavus und Kotas eingerichtet. Laavus sind dreieckförmige Unterstände, die zur Vorderseite offen sind. Davor befindet sich immer eine Feuerstelle. Kotas dagegen schauen wie kl. Pyramiden aus Holz aus und haben ebenso eine Feuerstelle in der Mitte. In den Wildhütten gibt es einen Ofen, manchmal auch Campinggeschirr, Anzündematerial und auch Holz ist vorhanden. Holzhacken muss man allerdings selbst!

Frühstück aus dem Wald

Ich war Ende Juli auf dem Karhunkierros unterwegs, alleine ist man zwar nicht, aber so überfüllt war es auch nicht. Die Hochsaison beginnt im Herbst, wenn die Mückenplage dann vorbei ist. Da ich ein Zelt mit hatte, schlief ich meistens darin, weil mir das Holzbett in den Hütten trotz Unterlage einfach zu hart war! Zelten darf man in Finnland nämlich fast überall, weil es in Skandinavien das Jedermannsrecht gibt. Es sind Verhaltensregeln, die dem Einzelnen viel Freiheit für den Aufenthalt in bzw. für den Umgang mit der Natur einräumen.

Das finnische Jedermannsrecht gestattet:

  • sich frei zu Fuß, auf Skier, per Rad und Boot in der Natur zu bewegen, jedoch nicht auf Höfen, Feldern, Wiesen oder Anpflanzungen, die dadurch Schaden nehmen könnten
  • den vorübergehenden Aufenthalt zB im Zelt, in ausreichender Entfernung von Häusern
  • das Sammeln von wild wachsenden Beeren, Pilzen und Blumen 
  • das Befahren, Schwimmen, Waschen in Gewässern und das Begehen von Eis

Verboten sind:

  • das Stören von Vögeln, Nestern und Rentieren 
  • das Fällen von Bäumen
  • Feuermachen auf Privatgelände ohne zwingenden Grund
  • Verunreinigung der Umwelt
  • Angeln und Jagen ohne Genehmigung

Der Wanderweg fängt in der kl. Stadt Hautajärvi an und führt durch den Oulanka-Nationalpark. Verlaufen kann man sich absolut nicht, da der Pfad gut ausgeschildert ist und nebenbei immer nach der Hälfte der Etappen auch Zusatzschilder angeführt sind, die einem a) sagen, wo man sich gerade befindet und b) Informationen über Flora und Fauna präsentieren. Enden tut die Bärenrunde dann in Ruka, einem sehr bekannten Ski-Gebiet im Norden Finnlands. Von Ruka kann man dann mit einem Bus nach Kuusamo zurückfahren. 

Die Wanderung dauert bei normalem Tempo 6 Tage und fängt leicht an und wird mit jeder Etappe schwieriger, besonders der letzte Teil ist sehr anspruchsvoll und man sollte schon fit sein bevor man sich dafür entscheidet! Es geht am Ende sehr bergauf, über viele Stufen durch dichten Wald und auch die Wassserversogung sollte für das letzte Stückchen vorher geklärt werden, weil der Weg dann nicht mehr am Fluss entlang führt. Unterwegs durch den Oulanka-Nationalpark, so erging es mir:


1. Tag: Hautajärvi - Savilampi (15 km) ~ 9,5h 

Man beginnt die Wanderung wie bereits erwähnt in Hautajärvi neben dem Informationszentrum. Ich fuhr mit dem Bus von Kuusamo ca 40 min zum markierten Eingang, der Bus bleibt direkt davor stehen. Als ich aussteige, beschließe ich meinen Wasservorrat aufzufüllen, ich hatte immer ca 1,5l Wasser mit. Bevor es losgeht, packe ich noch einmal meinen Rucksack um und dann treffe ich auf Jenna. 1,50 groß, zierlich, ebenso mit einem Rucksack bepackt, der fast 40 kg wiegt. Wir freunden uns an und laufen ab nun die ersten zwei Tage gemeinsam. Jenna warnt mich vor den Mücken und sogleich sprühen wir uns von Kopf bis Fuß mit off-spray ein. Am Holztor mit der Aufschrift "Karhunkierros" machen wir noch Fotos und dann geht es los in südöstlicher Richtung, einbisschen bergab.


 Nach guten 3km erreichen wir die Nationalparkgrenze. Unser Weg verlief bis jetzt durch einen verträumten Wald mit umgefallenen Bäumen mit dicken Moospolstern. Auch die ersten Moltebeeren konnte ich bereits erspähen, aber leider waren sie noch nicht reif genug. Ein gutes Stückchen weiter erreichen wir den Fluss Savinajoki, sein Rauschen ist schon von weitem gut zu hören. Jenna erzählt mir unterwegs, dass sie Maschinenbauchtechnik studiert hat und dass dies auch ihre erste Wanderung alleine sei. Wir reden nicht viel, finnische Schweigsamkeit. Nach ca 5h erreichen wir das erste Laavu und machen eine Rast. Das Laavu liegt direkt am Fluss, wir füllen unsere Wasservorräte auf, jausnen und scherzen über dies & das. Sie möchte wissen, was mich nach Finnland verschlägt, ich zeige ihr mein Finnland-Tattoo und sie erzählt mir vom "grauenhaften Essen" in Österreichs Skigebieten, wie man nur sowas wie Knödel freiwillig essen kann...

Nach der Pause laufen wir ohne besondere Ereignisse auf und ab weiter, ca 4 weitere Stunden bis wir unsere erste Wildhütte erreichen. Obwohl es schon recht spät ist, scheint noch immer die Sonne. Vor der Hütte sitzen schon einige andere Wanderer und braten Würste. Ich bin an diesem Tag schon zu müde zum Kochen, packe mein mitgebrachtes Sandwich aus, befreie meine Füße von den Schuhen und setzte mich ans Feuer und lese ein bisschen in Jack Londons "Ruf der Wildnis"

die Savilampi-Hütte / außen und innen / bietet Schlafplatz für 10 - 15 Personen

Nach einem eiskalten Bad im Fluss machen auch schon alle ihre Betten und ich verbringe meine erste Nacht in der Savilampi-Hütte ohne viel Schlaf, weil das Bett sehr hart ist! Das Übernachten in diesen Wildhütten ist gratis - der frühe Vogel fängt den Wurm, deswegen ist es immer gut auch ein Zelt dabei zu haben.


2. Tag: Savilampi - Oulanka Informationszentrum (12 km)

Hinter der Savilampi Hütte führt eine Hängebrücke weiter, aber ich und Jenna gehen nach einem kurzen Frühstück noch die knappen 2km zum Oulankajoki Canyon. Mein Reiseführer verpricht uns einen gradiosen Ausblick. Nach dem Überqueeren der Brücke geht es steil bergauf über eine Holztreppe, uns bleibt die Puste weg! Danach gibt es einen kl Trampelpfad, der umsäumt von Kiefern und anderen Bäumen zum Canyon führt. Oben angekommen sind wir überwältigt und machen viele Fotos. Danach marschieren wir im Gänsemarsch zurück und setzen unsere Wanderung am Karhunkierros fort, es geht zu Beginn steil bergauf und das stundenlang! Links und rechts des Weges liegen abgestorbene, moosbewachsene Baumstümpfe. Einige große Ameisenhügel kreuzen unseren Weg, der Boden ist gepflastert mit Wurzeln und Beeren. Ein echter Urwald, wie er sein soll, er zeugt vom Vergehen und Werden in einem gesunden Wald. 

Unterwegs fängt es heftig an zu regnen, wir müssen die Regensachen hervorholen und unsere Rucksäcke mit Regenschutz ummanteln. Aufgrund der vielen Wurzeln am Boden gehen wir mit gesenkten Köpfen weiter und werden sehr sehr sehr nass. Irgendwann nach Stunden im Dauerregen gelangen wir zum ersten Laavu / Runsulampi und machen Halt.

li: Oulankajoki Canyon / oben: Laavu Runsulampi / unten: Hängebrücke bei Savilampi

Jenna klopft Sprüche wie ein alter Seemann und hackt Holz, dann entzünden wir ein Feuer und kochen Tee. Es riecht nach Wald, Regen und Kiefern. Schön ist es hier in Lappland! Wenigstens gibt es solange es regnet keine Mücken. Wir setzen unseren Trip nach einer längeren Pause fort und wandern durch den Regen die nächsten Stunden ohne ein Wort miteinander zu wechseln weiter. Erst als wir das Schild erreichen, das uns verpricht, dass das Informationszentrum noch einen halben Kilometer entfernt ist, schaut Jenna auf die Uhr und wundert sich, wie schnell wir jetzt gelaufen sind.

Beim Informationszentrum ziehen wir sofort unsere nassen Sachen aus, bestellen erstmals ein Heißgetränk und Pulla mit Zimt. Leider hört es an diesem Tag gar nicht mehr zum Regnen auf, ich beschließe die Nacht im naheliegenden Camp zu verbringen, Jenna möchte noch weiter 8 km gehen. Abschließend trinken wir noch ein Bier und dann trennen sich unsere Wege.

Beim Camp angekommen, bezahle ich eine Nacht und freue mich über eine heiße Dusche. Ich benutze die kleine süße Campingplatz-Küche, lade mein Telefon auf, wasche Wäsche und mache es mir im Zelt bequem.


3. Tag: Oulanka Nationalpark Camp - Jussinkämppä (15km)

Ich kann das Camp sehr weiterempfehlen, die Duschen sind super sauber und die kleine Küche erlaubt es bequem zu kochen ohne vorher ein Feuer anheizen zu müssen. Weiters befindet sich ein Kahvila / Cafe dort, da kann man sehr lecker frühstücken. Außerdem kann man seine Vorräte auffüllen und es gibt Limonade und selbstgemachten Kuchen. Yummy! Das Personal ist sehr nett und da hab ich auch meine ersten Rentiere auf dem Trail gesehen. Das Camp hält sich ein paar davon, die laufen dann überall rum und die Touristen freuts auch :)


Es ist ein unglaubliches Gefühl wieder geduscht zu sein und frisch gewaschene Sachen anzuziehen! Nachdem mein Zelt abgebaut ist, geht es für mich alleine am Westufer des Oulankajoki auf der Bärenrunde weiter. Kaum habe ich die ersten zehn Schritte getan, setzt auch der Regen wieder ein. Da kann man wohl nichts machen, durch dichten Wald gehe ich gemütlich dahin und mit jedem Meter wird mein Kopf freier und freier. Stundenlang begegne ich keiner Seele, überall ist nur Wald, der kein Ende zu nehmen scheint. Ein paar abgebrannte Bäume, dort und da eine Krähe und sonst nichts als tiefer, tiefer Wald! Immer mehr entfernt sich der Weg vom Flussufer und führt Richtung Süden. Es wird zunehmend morastiger und anstrengender, da es beständig bergan geht. Irgendwann hört der Regen dann schließlich doch auf und die Mückenplage setzt ein. Sobald man stehen bleibt um was zu trinken, sitzen 10 - 15 Mücken auf den Beinen, Händen und einige fliegen auch ins Gesicht. Das Surren bringt mich zur Verzweiflung und ich muss wieder mit off-Spray dagegenwirken. So ist das nun mal im Sommer in Finnland.

Irgendwann erreiche ich die Hütte Ansakämppä, wo mir von der Feuerstelle ein deftiger Grillgeruch in die Nase steigt. Eine schwedische Familie sitzt bereits da und begrüßt mich herzlich. Sie haben eine 5-jährige Tochter mit, die ebenso mit Rucksack und Wanderschuhen ihr Essen verschlingt. Sie sind alle sehr nett und wir tratschen zusammen eine Weile bevor es für jeden von uns weitergeht. Wir werden uns allerdings noch einmal wiedersehen...


Gestärkt schultere ich den schweren Rucksack und schreite voran, die schwedische Familie ist mir mit ein paar Meter Entfernung dicht auf den Fersen. Irgendwo im Wald verlieren wir uns dann. Bis zur nächsten Hütte ist es noch ein weiter Weg, den ich wieder ganz alleine gehe. Als ich nach 5h dort ankomme, scheint die Sonne und das Wasser des Kulmakkajärvi glänzt mir entgegen. Auch hier wird lecker Essen gekocht und ich packe mein Campinggeschirr aus. Zur Feier des Tages gibt es Risipisi aus dem Sackerl mit getrocknetem Gemüse und Kräutern. In diesem Moment hätte ich glaub ich alles gegessen. Hier lerne ich Mikko kennen. Er wandert immer allein, so kann er sein eigenes Tempo bestimmen und muss nicht viel reden. Ein einsamer Wolf, wie es mir scheint, erbricht nach einer halben Stunde Small-Talk dann auch schon wieder auf.

eine der schönsten Wildhütten, die Jussinkämppä

Nach dem netten Gespräch mit Mikko mache ich mich ans Zeltaufstellen. Irgendwann bin ich dann so müde und krieche hinein und lege mich noch vor 20:00 Uhr zum Schlafen hin. Leider stört ein Renntier, das neben meinem Zelt trabt meinen Schlaf und ich öffne das Zelt und blicke hinaus. Es chillt gemütlich daneben und bewegt sich keinen Milimiter, das kann ja eine lange Nacht werden...Immer wieder höre ich das Klappern der Hufe und wache auf. Als mich die Müdigkeit dann doch in den Schlaf treibt, ist das Rentier vergessen.

alle Photos wurden mit einem Iphone 5s gemacht, manchmal hätte ich mir meine Spiegelreflexcamera gewünscht!

Am nächsten Morgen liegt es vor meinem Zelt und schläft, ich versuche mich dem Renntier zu nähern und es lässt sich tatsächlich von mir streicheln <3 Ich vermute, es ist Menschen schon gewohnt, weil normalerweise sind Rentiere sehr scheue Wesen, dann entdecke ich auch ein Halsband, wie auch immer, ich muss Frühstück kochen und Zelt abbauen und das Rentier bleibt Rentier.


4. Tag: Jussinkämppä -Juuma (25 km)

Am 4. Tag stehe ich mit dem falschen Bein auf, meine Laune ist irgendwie nicht besonders gut und auch das Wetter macht zu schaffen. Es ist besonders schwül und die Luftfeuchtigkeit ist kaum zu ertragen. Ich kann mich erinnern, dass dieser Tag einer der anstrengendsten war. Sehr früh mache ich mich auf den Weg (dank Rentier) und wandere am Seeufer entlang, die Mücken geben heute Gas! Immer wieder muss ich mich an diesem Tag einsprühen und Wasser nachfüllen. Viele kl. Bäche auf dem Trail versorgen mich aber gut mit Wasser. Nach einem leichten Abstieg stehe ich dann vor dem Schild, das die Hälfte der Bärenrunde markiert. Wuhu !! Danach folgen Moorüberqueerungen (Mückenland!!!!!!!) auf Bohlenstegen und einige weitere Abstiege. Nach einigen Stunden kommt dann endlich der Regen, ein kleiner Nieselregel zieht durch den Wald und füllt die Böden mit Wasser. Dann gelange ich zu einer Kota, wo ich beschließe den Regen abzuwarten. Aus der Öffnung steigt Rauch aus, ich trete ein und treffe Siri und Marianne. Es riecht nach Spaghetti Carbonara aus der Tüte, ihre nassen Sachen und auch die Wanderschuhe hängen von der Leine. Ich mache es ihnen nach. Aus meinem Rucksack krame ich Tee hervor und koche Wasser auf. Das Feuer tut gut und wärmt. Die zwei Mädels sind noch Teenager und finden alles lustig, sie lachen viel. (Nasse Socken sind lustig, durchweichte Schuhe lösen Krampflachanfälle bei ihnen aus und auch das Verschütten der Nudeln bringt sie zum Lachen :) :) da muss man einfach mitlachen!

ein typ. Kota mit Feuerstelle und Rauchabzug



 
Dann geht die Tür erneut auf und die schwedische Familie begrüßt uns. Ich koche Polenta mit getrockneten Pilzen, lese ein paar Zeilen in einem Buch, unterhalte mich mit den anderen und als der Regen dann aufhört, bricht jeder langsam auf. Der Wanderweg führt auf einem schmalen Pfad neben dem Fluss Kitkanjoki weiter. Man muss genau hinschauen, wo man tretet, viele Wurzeln pflastern den Weg. Nachdem man das Flussufer verlassen hat, folgt ein steiler Weg durch den Wald, es ist sehr beschwerlich hier zu wandern, danach gelangt man nach einer guten Weile über eine Hängebrücke zur Myllykoskihütte. Sie liegt direkt am Wasser und ist echt schön! Ich mache viele Fotos.

links: die schöne Myllykoskihütte / rechts: Moorland

Da gerade Wochenende ist, sind hier viele Menschen und eine Frau erzählt mir, dass sie auf Campingurlaub in Juuma sind. Dort soll es sehr schön sein. Ich beschließe nach Juuma zu wandern, hoffe auf eine heiße Dusche und setze dann den Weg auf der Bärenrunde morgen fort. An diesem Tag bin ich über zehn Stunden zu Fuß unterwegs! Auf dem Weg nach Juuma spüre ich das schon in den Beinen, kann es kaum erwarten mich hinzusetzen und gemütlich zu chillen. Vorher geht es aber nochmals durch dichten Wald, über Holzstege. Sie sind voll mit kleinen schwarzen Kotkügelchen. Hier sind irgendwo Rentiere! Und dann sehe ich sie auch schon zwischen den Bäumen aufblitzen.


In Juuma angekommen, hole ich mir erstmals ein Bier - wohlverdient!!!! Danach muss das Zelt aufgebaut werden. Als ich dann die Schlüssel für die Dusche abhole, fühle ich mich an diesem Tag zum ersten Mal glücklich! Danach sitze ich draußen, schaue den Kindern beim Spielen zu, trinke Bier und genieße die Mitternachtssonne. Was für ein Tag!


5. Tag: Juuma - Ruka

Während ich beim Frühstücken meinen warmen Krapfen mit Blaubeerfüllung vertilgte, studiere ich die Karte, rechne Entfernungen aus und beschließe die restliche Etappe an einem Tag zu gehen. Vom Campingplatz Juuma nach Ruka, wo die Endstation der Bärenrunde ist, sind es noch kanppe 30 km. Ich mute mir das zu. Zuerst geht es aber 3km zurück zum Karhunkierros-Pfad. Danach bin ich unterwegs zur Silastupa-Hütte, auf dem Weg dahin schlängeln sich einige sehr saubere Bäche. Mehrmals fülle ich Wasser nach. Die Bäume sind übersäht mit Flechten, die nur in ganz sauberer Luft gedeihen. Es sieht aus wie in einem Märchenland (Bartflechte). 


Als ich die Hütte erreiche, ist viel los, ich gehe weiter und passiere den Jyrävä Wasserfall. Ein schnelles Foto und dann gehts auch wieder weiter am Ufer des Kitkanjoki entlang. Eine steile Treppe führt nach oben. Danach entfernt sich der Pfad vom Wasser und ein Schild informiert mich, dass ich jetzt den Oulanka Nationalpark verlasse. Es folgt ein Gebiet, wo man seine Kamera behutsam wegpacken kann, der Wald ist licht, Baumschläge und Raupen haben ihm zugesetzt. Kein schöner Anblick!

Jyrävänwasserfall

Nun folgt ein langer Abschnitt, ohne Highlights. Man geht und geht und geht dahin, Stunden verstreichen, Felder und Bohlenwege wechseln sich ab. An einem Laavu mache ich Rast, lese nochmals die Karte und mache mich weiter auf dem Weg. Nach dem Laavu geht es nochmals sehr steil bergauf, man beginnt den Aufstieg auf den Kottainen. Oben angekommen hat man eine schöne Aussicht und es erstreckt sich das für Finnland so typische Panorama aus Wald und Seen. Beim Abstieg läuft man dann über eine hässliche Teerstraße und erreicht irgendwann das Schild mit der Entfernungszahl nach Ruka. Es folgt nun der schwierigste Teil der Bärenrund. Sehr oft muss ich anhalten und pausieren, Wasser trinken, Rucksack richten. Über steile Holztreppen gelangt man irgendwann nach Ruka. Hier herrscht ein buntes Treiben, an diesem Tag ist viel los, ist ja auch Wochenende. Von Ruka aus kann man die kleine Bärenrunde laufen, sie ist an einem Tag schaffbar.

Ich bleibe einen weiteren Tag im Norden Finnlands und fahre mit dem Bus nach Salla, aber das ist eine andere Geschichte!

Einige Informationen über Flora und Fauna sowie Km-Entfernungen wurden dem Buch OUTDOOR - Der Weg ist das Ziel / Finnland: Bärenrunde von Michael Hennemann entnommen

Kommentare:

  1. welch eine phantastische Reise!!!!
    Welch ein unglaubliches Abenteuer da unterwegs zu sein und all diesen Eindrücken zu begegnen, endlos staunen wäre zu wenig gesagt wenn man diese Reiseerlebnisse liest, man ist geradezu sprachlos...
    Viel Mut und Abenteuerlust, Liebe zur Natur und sich selbst gehört dazu sich auf dies Wagnis zu begeben.
    Warum auf diese Berichte kein Kommentar abgegeben wurde ist mir echt ein Rätsel.
    Grandiose Unterhaltung pur..
    herzlichst Angelface die deinen Spuren folgte.

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  2. Liebe Angelface,

    vielen Dank für deine netten Worte, ich glaub, dass sich nicht jeder so für Outdoor & Wandern begeistert ^^ Und eventuell ist der Bericht auch schön lang, glaub nicht, dass ihn viele gelesen haben ;) Aber es freut mich natürlich, wenn ihn jmd gut findet bzw wenn sich jmd Inspirationen holt, glg

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  3. Hört sich spitze an! Mit hoher Luftfeuchtigkeit wie ihr an Tag 4 hattet, würde ich auch nicht klar kommen können. In unseren vier Wänden haben wir einen digitalen Feuchtesensor, der uns da etwas behilflich ist :)

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