Mittwoch, 15. Juni 2016

Emma

Meine schöne Barnes & Noble Ausgabe enthält alle wichtigen Austen Werke, darunter auch Emma

Auf dieses Buch hatte ich mich wirklich riesig gefreut! Als Jane Austen Fan war ich schon sehr gespannt auf ihren zuletzt geschriebenen Roman und auch auf die Wirkung, die Emma auf mich machen würde. Jane Austen sagte einmal über die Figur Emma: „Ich werde eine Heldin schaffen, die keiner außer mir besonders mögen wird“.

Und sie sollte Recht behalten. Ich mochte weder Emma, noch das Buch! Verglichen zu anderen Jane Austen Romanen ist Emma einfach langatmig & langweilig!

"Emma Woodhouse, schön, klug und reich, mit einem behaglichen Heim und einer glücklichen Veranlagung, schien einige der besten Segnungen des Lebens in sich zu vereinen, und es hatte in den fast einundzwanzig Jahren, die sie auf der Welt war, nur sehr wenig gegeben, das sie beunruhigte oder betrübt hätte"

So fangen die ersten Zeilen des Romans an. Emma hält sich für vollkommen, ungebunden und den anderen Menschen einfach überlegen. So glaubt sie auch, dass sie einfach weiß, was für jeden Menschen in ihrer Umgebung das Beste ist. Einer tiefen Langeweile und Monotonie ausgesetzt, findet sie im Ehestiften einen Sinn und  gleich der erste Versuch glückt irgendwie. Dank Emma s Verkupplung kommt es zu einer  Hochzeit ihrer Erzieherin Miss Taylor mit Mr. Weston. Daher fühlt sie sich berufen auch den Pfarrer Mr. Elton unter die Haube zu bringen. Eine Braut hat Emma auch schon in Sicht: die geheimnisumwitterte Harriet Smith. Weil Harriet und der Pfarrer aus einfachen Verhältnissen stammen, glaubt Emma in den beiden eine gute Verbindung gefunden zu haben. Leider interessiert sich Mr. Elton für ihre Pläne so ganz und gar nicht und es passieren einige Wirrungen im Verlaufe dieser Geschichte. Mr. Elton missversteht Emmas Bemühungen und macht statt Harriet ihr einen Heiratsantrag, den sie ablehnt. Emma möchte einfach nicht heiraten, sie hat ja ihre Bücher und als vermögende Frau muss man sich sowieso von keinem Mann aushalten lassen. Naja, Emma ist geduldig, warum auch nicht, sie hat ja Zeit und sonst nichts Besonderes zu tun, außer sich Gedanken über Bälle und Spitzenkleider zu machen und das ist halt auf Dauer einfach langweilig, also bemüht sie sich weiter um ihr angestrebtes Ziel. Wie es Harriet und ihren Gefühlen geht, interessiert sie dabei nur mäßig. Und auch sonst fällt Emma ihre Urteile über Menschen dadurch, welche Kleidung sie tragen und aus welcher Familie sie stammen. 

Nur Mr. Knightley, Emma's Schwager, kritisiert Emma in ihrem Tun. Und so setzt sich die Handlung fort, einige andere Figuren kommen noch ins Spiel. Alle Figuren werden nur durch ihre Redeweisen charakterisiert, es ist ein Mischmasch aus direkter, indirekter und erlebter Rede, die die Seiten dieses Buches füllen. Das hat mich besonders gestört, da ich sehr gerne detaillierte Beschreibungen von Landschaft und Umgebung, Wetter und Dekoration mag. Das fehlt leider total. Und was für Probleme die Figuren haben....zum Sterben langweilig!

"Es ist immerhin möglich, völlig ohne Tanzen auszukommen. Es sind Fälle bekannt, in denen junge Leute viele, viele Monate hintereinander zu keinem Ball irgendwelcher Art gingen, ohne daß sie an Körper und Geist wesentlichen Schaden genommen hätten"

Am Schluss heiraten schließlich dann alle, sogar Emma und es ist leider einfach zu erraten, wer das letztendlich dann sein wird. Gähn!

Fazit:

Ich habe mich durch das Buch regelrecht durchgequält! Als Austen Fan hatte ich nicht erwartet, dass mich ihr Buch Emma so unbefriedigt zurücklassen wird.  Bei Emma handelt es sich zwar um einen gesellschaftskritischen Roman und wahrscheinlich wollte sie einfach nur darstellen, wie langweilig den Adeligen damals war, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass einem irgendwo zwischen Seite 7 und 600 das Gesicht vor lauter Langeweile einschläft! Und Emma ist kaum zu ertragen mit ihrer arroganten und herablassenden Art. Von mir gibt es für dieses Buch leider keine Leseempfehlung! 

naja...

Rory Gilmore Reading Challenge: 59/300 gelesen

Kommentare:

  1. Bei Jane Austen geht es mir irgendwie immer so, dass ich die Geschichten mag, aber nicht, wie sie geschrieben sind. Vielleicht liegt es in erster Linie daran, dass ich ihr in "Verstand und Gefühl" übel genommen habe, dass sie immer ein wenig spöttisch über Marianne geschrieben hat. Und ich liebe Marianne!

    Unsympathisch ist mir Emma auch, aber zumindest in den Filmen finde ich dann doch gut, dass sie irgendwann zur Vernunft kommt und kann sie am Ende doch ein wenig mögen. Das Buch fand ich okay, aber mehr als okay finde ich Austen-Bücher offen gesagt generell nicht. Da schau ich lieber die Filme :D

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  2. Hallo Claudia,

    ich habe bisweilen noch nicht so viele Verfilmungen ihrer Bücher gesehen, nur Stolz und Vorurteil. Ich mag ihr Schreibstil schon recht gerne, sie schreibt einfach schön und in einer feinen englischen Art :) Mein Lieblings-Austen Buch ist Northanger Abbey, vielleicht hast du das noch nicht durch? Kann es empfehlen, fällt aber in die gothic novel Abteilung, also die Stimmung ist viel düsterer als bei ihren anderen Romanen. Welche Filme kannst du denn empfehlen? LG

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