Sonntag, 3. Januar 2016

Winter in Maine


Habt ihr auch ein bestimmtes Lieblingsthema, über das ihr gerne Bücher lest? Manche Leser lieben das Meer oder den Süden, viele lesen auch gerne Bücher über Liebe. Ich aber liebe Schnee und Winter. Gestern fiel mir dieses Buch für 50 Cents in die Hände. Als ich nach Hause kam, begann es zu schneien, also hab ich mich mit Tee und Kuscheldecke ans Lesen gemacht. Die ganze Nacht über hat es geschneit und irgendwann wurde es hell und dann bin ich schlafen gegangen und das Buch war ausgelesen.

Klappentext:

Der Winter in den Wäldern von Maine ist kalt und einsam. Bisher hat das Julius Winsome nicht gestört, er lebt schon lange allein, und er hat einen treuen Gefährten, seinen Pitbullterrier Hobbes. Als sein Hund eines Nachmittags offenbar absichtlich erschossen wird, bricht Julius’ Welt zusammen. Und er fasst einen erschreckenden Entschluss ...

Inhalt:

Der Protagonist Julius Winsome lebt abgeschieden, fern aller Menschen im Wald, die einzige Gesellschaft bieten ihm sein Hund Hobbes und die über dreitausend geerbten Bücher seines Vaters.  Eines Nachmittags, als er gerade vor dem Feuer sitzt und liest, hört er einen Schuss. Eigentlich nichts Besonderes, denn es ist gerade Jagdsaison. Dennoch wundert sich Winsome, weil der Schuss ganz in seiner Nähe gefallen ist, zu nahe. Als er vor die Tür geht, entdeckt er, dass Hobbes erschossen wurde – offenbar mit Absicht.

Der Verlust trifft Julius mit ungeahnter Wucht. Er denkt an all die anderen Verluste in seinem Leben: die Mutter, die er gar nicht kannte, weil sie bei seiner Geburt starb, den Vater, der nie wieder heiratete, der ihn allein großzog und ihm die Sprache Shakespeares beibrachte und jetzt auch schon zwanzig Jahre nicht mehr da ist, an Claire, die einzige Frau in seinem Leben, die ihn einen Sommer lang liebte und dann wieder verschwand. Und jetzt Hobbes, sein letzter wahrer Freund.

Am nächsten Tag holt er das Gewehr seines Großvaters aus der Scheune und zieht los, um seinen Hund zu rächen. Er macht Jagd auf die Jäger. Und obwohl diese Rache ebenso sinnlos ist wie die Tat, die ihr zugrundeliegt, verstehen wir diesen einsamen, verzweifelten Mörder, werden seine Komplizen in Eis und Schnee.


Fazit:

Ich habe dieses Buch so gerne gelesen! Vielleicht lag es an der Stimmung, vielleicht aber einfach nur daran, dass ich die Geschichte sehr mochte. Mir gefiel der Schreibstil sehr gut und natürlich die Tatsache, dass sich die Geschichte im Winter abspielt. Faszination, Kälte, Schnee und ein Rausch von Worten, das waren meine Begleiter letzte Nacht, als ich das Buch las. Nach den ersten Seiten lebt man selbst ein stilles, gelassenes Leben im Wald und möchte nie wieder einen anderen Menschen treffen. Ich habe selten eine solche Sprachgewalt wie bei diesem Buch erlebt, viele Formulierungen sind sehr poetisch und man wünscht sich, dass das Buch nie enden mag. Lesen & Genießen!!

★★★★

Luchterhand Verlag
2006 erschienen unter dem Originaltitel Julius Winsome 
206 Seiten

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