Dienstag, 29. Dezember 2015

Der Seewolf

301 Seiten, erschienen 1904

Humphrey van Weyden  hat dank seiner Abstammung ein gutes Einkommen und braucht sich um nichts zu kümmern. Als Gentleman hat er noch nie wirklich arbeiten müssen, sein Leben verläuft in ruhigen und unaufgeregten Bahnen bis ein Schiffsunglück ihn in der Bucht vor Frisco unverhofft an Bord des Robbenfängers „Ghost“ bringt. Auf diesem Schiff lernt er eine vollkommen andere und ihm fremde Welt kennen. Hier führt der Kapitän Wolf Larsen ein barbarisches Regiment. Er zwingt den Neuankömmling an Bord zu bleiben und konfrontiert diesen mit der brutalen Rauheit des wahren Lebens. Van Weyden ist über dieses menschenverachtende Leben entsetzt, aber nach und nach beginnt er den verweichlichten Gentleman abzulegen und entdeckt seine innere Stärke.

Außerdem ist er immer mehr fasziniert von Wolf Larsen, den man auch den Seewolf nennt.


Meine Meinung:

Da ich sehr gerne Abenteuerromane lese, hat mir die Welt in diesem Buch auf Anhieb gefallen. Die Geschichte spielt in einer Zeit als noch nicht alle Inseln erforscht waren und das wahre Abenteuer darauf wartete entdeckt zu werden. Darüber hinaus schildert der Autor sehr gut wie auf einem Robbenfänger-Schiff zu Beginn des 20 Jh gelebt und gearbeitet wurde. Jack Londons Bücher haben auch immer etwas Autobiographisches, viele Geschichten in seinen Büchern könnte man auf Erlebnisse aus seinem eigenen Leben zurückführen. Bereits mit 15 Jahren kaufte er sein erstes Schiff und schloss sich Austernpiraten an. Später folgten Robbenjagd und ein Leben als Goldgräber in Alaska.

Sein Schreibstil ist eher wortkarg, knapp und präzise. Einen ähnlichen Schreibstil findet man bei Ernest Hemmingway.

Ich fand  alle Figuren sehr spannend. Selbst Wolf Larsen ist dem Leser nicht unsymphatisch, trotz seiner wilden und schroffen Art. Meiner Meinung nach hätte Jack London aber nicht unbedingt eine weibliche Figur in der Geschichte gebraucht. Aber  in der Mitte des Buches taucht dann eine junge Frau namens  Maud Brewster auf. Es kommt wie es kommen muss und Humphrey van Weyden verliebt sich in sie. Diese kitschige Liebesgeschichte spielt sich aber eher im Hintergrund ab. Die Hauptfigur ist und bleibt Wolf Larsen.

Fazit:

Ein spannendes Abenteuer mit tiefgründigen Dialogen und Fragen über moralische Ansichten in der Welt, die auch heute noch aktuell sind. Bei Jack London kann man aber nichts falsch machen!

★★★★

Kommentare:

  1. Liebe Tinka,

    interessante Rezension. Das Buch habe ich auch schon einige Zeit auf der Liste. Also glaube, das Buch werde ich mir auch bald holen. Das hört sich ziemlich gut an und alte Klassiker-Abenteuerromane sind eigentlich immer gut.

    Liebe Grüße
    Tobi

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  2. Hallo Tobi,

    da stimme ich dir zu, ich liebe alte Klassiker-Abenteurromane auch sehr! Ja mach das, es ist ein super Buch. Bin schon gespannt auf deine Rezension ;) Dafür steht bei mir der Graf von Monte Christo auf der Liste, du hast ja schon oft in deinem Blog von diesem Buch geschwärmt, ich freue mich schon darauf ! lg zurück

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  3. ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber fand den Vierteiler aus den 70er-Jahren, mit dem grandiosen Raimund Harmstorf als Wolf Larsen, großartig!
    von Jack London habe ich mal vor sehr, sehr langer Zeit eine Kurzgeschichten-Sammlung gelesen, aber seine bekannten Romane stehen noch auf meiner To-Do-Liste ... Verfilmungen habe ich aber schon einige gesehen, "Wolfsblut" sowieso, und "Lockruf des Goldes" ... von letzterem gibt es auch einen guten Vierteiler aus den 70er-Jahren, und besonders da wäre ich auf die literarische Vorlage gespannt ...

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    1. Hallo Roland,

      das Buch ist wirklich lesenswert, ich war in knapp 2 Tagen durch, wenn ich nicht auf die Uni hätte müssen, wär ich wahrscheinlich viel schneller gewesen. Ganz klar - du liebst Filme, ich mag sie auch, diese alten Schinken ! Lockruf des Goldes steht auch noch auf meiner Leseliste, Wolfsblut hab ich bestimmt 4 Mal gelesen, wunderschönes Buch einfach. Gute Bücher liest man halt immer wieder gerne ;)

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  4. Oh, wie toll! Du liest und magst auch Jack London! :)
    Als Teenager bin ich zuerst auf seine Bücher „Wolfsblut" und "Der Ruf der Wildnis" gestoßen und habe sie seitdem mehrmals gelesen - unfassbar toll! „Der Seewolf" habe ich später dann auch gelesen, allerdings liegt das schon etwas länger zurück, da habe ich nicht mehr besonders viele Erinnerungen. Aber erst vor einem Jahr (oder so?) habe ich seine Südseegeschichten gelesen - einfach herrlich!
    Und da du den Grafen von Monte Christo in den Kommentaren erwähnt hast: Mit Alexandre Dumas kann man auch nie etwas falsch machen! ;)

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