Dienstag, 15. Dezember 2015

Der Meister und Margarita

Der Meister und Margarita ist sicherlich eines der bekanntesten Werke russischer Literatur, das Buch stand schon sehr lange auf meiner Leseliste. Vor vielen Jahren habe ich mir Der Meister und Margarita einmal im Theater angesehen und schon damals war ich sehr angetan von diesem Stück.  Jetzt hab ich endlich auch das Buch gelesen, es ist übrigens auch auf der Rory Gilmore Reading Challenge Liste drauf. Also wieder ein Buch geschafft.

Zu diesem Buch gibt es viele skurrile Fakten, es wurde verboten  und war daher sehr lange ein Werk der Untergrundliteratur. Viele  Menschen trafen sich heimlich und lasen sich aus diesem Buch vor. Die letzten Kapiteln konnte der Schriftsteller auch  gar nicht selber fertig schreiben und musste sie seiner Frau diktieren, weil er schon sehr krank war. Darüber hinaus hat die Regierung sehr vieles schon vor der Veröffentlichung zensiert. Über 10 Jahre schrieb Bulgakow an diesem Buch und herausgekommen ist wahrlich ein Meisterwerk der Literatur.

Das Buch liest sich nicht so einfach, oft legt man das Buch beiseite und nimmt es aber immer wieder in die Hand. Irgendwie kann man einfach nicht aufhören, bevor man es durch hat!


Handlung:

An einem schönen und warmen Sommertag begegnen der Literat Berlioz und der Poet Besdomny einem Ausländer. Sie verstricken sich in ein Gespräch über die Existenz Gottes, Jesu und diskutieren mit ihm über die Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus. Als der Ausländer daraufhin bekannt gibt, dass er höchstpersönlich dabei war und Zeuge dieses Ereignisses wurde, glauben die beiden es mit einem Irren zu tun zu haben. Der Ausländer aber will den beiden durch eine Prophezeiung beweisen, dass er die Wahrheit sagt und spätestens als diese Prophezeiung auch tatsächlich eintritt, ist klar um wen es sich bei dem seltsamen Fremden handelt. Als Besdomny später von dieser Begenung erzählt, wird er daraufhin in eine Irrenanstalt eingeliefert, weil man ihm keinen Glauben schenken mag. Generell löst die Begegnung der drei Männer eine kunstvolle Verkettung grotesker Ereignisse in Moskau aus.

Während der Teufel mit seinem Gefolge, bestehend aus dem Kater Behemoth (der sich übrigens gerne einmal ein Gläschen Vodka genehmigt und auch andere Gestalten annehmen kann), der rothaarigen Hexe Hela, Fagot, Asaselli und Korowiow in Moskau sein Unheil treibt, lernen sich Besodmy und ein Schriftsteller, der sich der Meister nennt, im Irrenhaus kennen.  Aufgrund seines Romanes über Pontius Pilatus gelangte er in diese Klinik und die beiden bemerken, dass ein Zusammenhang in ihren Geschichten besteht.  Die Geliebte des Meisters, Margarita Nikolajewna, trauert ihrer Liebe nach und möchte den Schriftsteller retten, sie begibt sich in die Arme des Teufels und opfert ihm seine Seele, da es für die beiden auf der Erde keine Chance gibt zusammen zu sein.

Meine Meinung:

Das Buch besteht aus zwei Teilen, wobei der erste Teil des Buches eher die Folgen schildert, die sich daraus ergeben, dass der Teufel die Erde heimsucht. In Teil zwei wird dann näher auf die Liebesgeschichte von Margarita und dem Meister eingegangen. Während dem Lesen wird der Teufel  dem Leser dabei von Seite zu Seite immer sympathischer und subtil erkennt man irgendwie den Sinn für sein Vorhandensein. Eröffnet wird die Geschichte zwar damit, dass der Teufel die Erde in ein Chaos stürzt, aber nach und nach macht auch dieses Chaos irgendwie sinn. Man könnte es in etwa so formulieren, das wo Licht ist, muss auch Schatten sein, sonst gibt es ja kein Licht. 

Im Roman gibt es zwei Stellen, die besonders begeistern: Erstere wäre die Begegnung Margaritas mit dem Meister. Bei ihrem ersten Aufeinandertreffen trägt Margarita gelbe Blumen in der Hand, obwohl dieses Detail nicht wichtig für die Handlung ist, hat diese Stelle einen eigenartigen Zauber und wird besonders schön beschrieben und hervorgehoben. Warum hat Margarita überhaupt Blumen mit? Steht es als Zeichen, dass sie sich begegnen mussten oder hat es etwas anderes zu bedeuten? Die zweite Stelle enthält ein schönes Zitat, das zum Nachdenken verleitet:

"Willst du nicht so gut sein, einmal darüber nachzudenken, was dein Gutes täte, wenn das Böse nicht wäre, und wie die Erde aussähe, wenn die Schatten von ihr verschwänden? Kommen doch die Schatten von den Dingen und den Menschen. Da ist der Schatten meines Degens. Aber es gibt auch die Schatten der Bäume und der Lebewesen. Du willst doch nicht etwa den Erdball kahlscheren, alle Bäume und alles Lebende von ihm entfernen und deine Phantasie an kahlem Licht ergötzen? Du bist dumm."

Den Inhalt dieses Buches komplett zu beschreiben ist gar nicht so einfach, besteht es doch aus vielen Anekdoten, Hintergründen und versteckten Botschaften. Selbst Stalin, der zur Zeit der Veröffentlichung russischer Präsident war, mochte das Buch gerne, ließ es aber verbrennen und verbieten. Der Meister und Margarita zählt definitiv als anspruchsvolle Literatur und wenn es ein Buch gibt, das man ein weiteres Mal liest, dann dieses. Sei es aus dem Grund weil man es beim ersten Lesen nicht erfasst hat oder weil man aus dem Staunen nicht mehr raus kommt, aber nachdem man es durch hat, fühlt man sich so, als ob irgendwie etwas Großartiges passiert ist.

Mir hat sehr vieles an diesem Buch gut gefallen, weshalb ich es auch in meine Top-Liste aufgenommen habe. Ich mochte Goethes Faust sehr gerne,  der Inhalt dieses Buches hat eine Anspielung auf  Goethes Werk, Faust wird sogar in der Handlung erwähnt.  Einige Figuren waren mir von Anfang an sehr sympathisch, ich hätte zB auch gerne eine Katze, die Vodka trinkt und lustige Bemerkungen an unpassenden Stellen von sich gibt. Weiters mochte ich die tiefgründigen Dialoge und auch die Sprache gefiel mir sehr gut. Es ist eine verrückte und grandiose Idee voller Satire, die Herr Bulgakow da hatte, als er dieses Buch schrieb! Deshalb empfehle ich jedem das Buch zu lesen und gebe auch den Tipp nicht aufzugeben, wenn man bei manchen Stellen pausieren muss!

★★★★

1 Kommentar:

  1. Hallo Tinka,
    mit Freude habe ich dein Post über Meister und Margarita gelesen. Und noch mehr, dass das Buch auf deiner Topliste steht.
    Hast du vielleicht Lust mit uns zu einem Literaturseminar "Begegnungen mit Meister und Margarita" nach Moskau fahren? Wie organisieren eine Literarische Reise im Mai 2017.
    Hier mehr dazu: www.kultur-tourissimo.de
    Liebe Grüße
    Marina

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