Montag, 30. November 2015

Das Schneemädchen

Ein schönes Wintermärchen, für alle, die sich verzaubern lassen wollen

Nach den vielen Klassikern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, brauchte ich wieder mal was zum Auflockern. Etwas, das sich leicht und schnell lesen lässt. Letzten Dezember  bekam ich das Buch "Das Schneemädchen" von Eowyn Ivey geschenkt, es verbrachte nun fast ein ganzes Jahr ungelesen in meinem Bücherregal. Bis vor kurzem lag es dort mit seinem hübschen Cover und wartete darauf, dass es gelesen wird. Beim Überfliegen der Beschreibung auf der Rückseite  erfuhr ich dann, dass es in Alaska spielt. A L A S K A - Ich wollte schon immer mal dort hin. Ich stelle es mir ungefähr so vor, wie in den Abenteuerromanen, die ich so gerne lese: Menschenleere Landschaft, wilde Blumen und tosende Flüsse, unberührte Natur und hohe Berge mit verschneiten Spitzen. Einsamkeit.

Genau in so eine Welt entführt uns der Roman "Das Schneemädchen".

Inhalt:

Mabel und Jack ziehen nach einer Fehlgeburt in die Wildnis von Alaska um den Schmerz und die Enttäuschung hinter sich zu lassen. Seitdem sind sie gealtert und kinderlos geblieben. Alaska soll für die beiden ein Neuanfang werden. Doch das Leben dort ist härter und einsamer als gedacht. Während Jack im Wald Bäume fällt, verbringt Mabel die Stunden in der Holzhütte mit Kochen, Sticken, Putzen und Nachdenken. Viel zu sagen haben sich die beiden zu Beginn der Geschichte nicht. Ereignislos verstreichen die Tage, irgendwie trostlos erzählt die Autorin auf den ersten Seiten wie und warum das alte Ehepaar in die Nähe des Wolverine Rivers in den frühen 20ern nach Alaska kam.

Mit dem ersten Schnee überkommt Mabel eine Idee und sie animiert ihren Mann ein Schneekind zu bauen. Tags darauf entdecken sie zum ersten Mal ein feenhaftes blondes Mädchen, das sie zwischen den Bäumen am Waldrand beobachtet. Mabel glaubt darin die Märchenfigur Snegurotschka zu finden. Sie kann sich noch sehr gut an das Märchen erinnern, das ihr Vater ihr als Kind immer vorlas.

Das Märchen handelt von einem Mädchen, das aus Schnee gebaut zum Leben erwacht.

Aber woher kommt das kleine Mädchen aus dem Wald und wie kann es alleine in der Wildnis überleben? Und was hat es mit den Fußspuren auf sich, die von Mabels und Jacks Blockhaus wegführen?

Fazit:

Das russische Märchen Snegurotschka diente als Vorlage für Eowyn Iveys Buch. Mehrmals im Buch sind Passagen vom russischen Original abgedruckt, es fließt auch in die Handlung mit ein. Auch die Sprache in diesem Roman ist sehr märchenhaft, die Autorin schildert eine wunderschöne Landschaft, in der sie ihre Figuren toll platziert. Weil die Autorin selbst aus Alaska kommt und auch heute noch dort lebt, beschreibt sie die Gegend sehr realistisch. Genau diese Darstellung vom Leben in einer Landschaft, von der ich schon so lange träume, sie selbst einmal zu sehen,  hat mir am besten gefallen. Sie fängt die Stimmung sehr schön ein.

Das Schneemädchen, das mit ihrer filigranen Erscheinung durch die Landschaft hüpft, dabei Moosbeeren sammelt und sich von dem ernährt, was die Wildnis so hergibt, verzaubert den Leser vom ersten Auftauchen in der Erzählung. Auch alle anderen Figuren sind liebenswürdig gestaltet aber im Gegensatz zum richtigen Märchen haben ihre Figuren trotzdem noch viel menschliches,  mit den dazugehörigen Ecken und Kanten.

Die Handlung selbst nimmt immer wieder Wendungen, sodass das Buch bis zum Ende spannend bleibt. Der Ablauf distanziert sich doch sehr deutlich von der Handlung der russischen Originalgeschichte. Unbeantwortet bleibt aber hingegen die Frage, ob das Mädchen aus dem Wald ein Mensch oder eine Märchenfigur ist.

Eine schöne Geschichte, die durch eine schön beschriebene Landschaft und mit einer märchenhaften Sprache überzeugt.


verschlungen!


Wenn ihr noch andere Buchtipps habt, wo die Geschichte  in Alaska spielt, her damit! Ich freue mich über alle Tipps ;)

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