Montag, 5. Oktober 2015

Mord im Herbst

Wuuu...h der Oktober ist da! Heute stelle ich eine Geschichte vor, die im Herbst spielt, Buch kann man ja bei kurzen 134 Seiten fast nicht mehr dazu sagen. Dabei handelt es sich um einen Wallander Fall aus der Krimireihe von Henning Mankell.

Die Erzählung, die Mankell unter dem Arbeitstitel Händelse om hösten (dt. Zwischenfall im Herbst) anfertigte, erschien zunächst in den Niederlanden, als Mankell der Bitte nachkam, für einen vom holländischen Buchhandel veranstalteten „Monat des spannenden Buches“ ein Werk beizusteuern. Erst 2012 stimmte der Autor der erneuten Veröffentlichung in Schweden (unter dem Titel Handen, dt. Die Hand) und im deutschen Sprachraum zu, als ihn die BBC-Verfilmung mit Kenneth Branagh „von der Qualität der 'verschenkten' Geschichte überzeugt habe.“

Zur Einführung mal, wer ist denn dieser Kurt Wallander überhaupt? Nun ja, Kurt Wallander ist, wie alle Figuren in skandinavischen Krimis kein einfacher Typ. Eher die Sorte, die total melancholisch durchs Leben schreitet. Das haben sie ja alle an sich, aus dem hohen Norden. Mr. Wallander ist introvertiert, grübelt gerne und hat die typischen Anzeichen einer Midlife-Crisis. Außerdem kämpft er mit Alkoholproblemen und Übergewicht, leidet an Diabetes und findet seit seiner Scheidung keine Frau mehr. Ganz einsam ist er dennoch nicht, denn seine Tochter Linda, ebenfalls Polizistin, steht irgendwie mehr oder weniger an seiner Seite. In diesem Fall wohnen sie sogar zusammen. Das Besondere an Mr. Wallander ist, dass er sich von Fall zu Fall mausert, er verändert sich, so wie alle Menschen sich von Zeit zu Zeit ändern. Vielleicht ist auch genau diese Wandelbarkeit der Grund für seine Beliebtheit unter den lesenden Menschen. Man weiß es nicht...

In dem Buch "Mord im Herbst" sucht Kurt Wallander nach Ruhe und möchte endlich einen langen Traum wahr werden lassen, ein Haus am Land. Er träumt davon  mit vierpfotigem Begleiter dort einzuziehen und zu entspannen. Die passende Frau würde dann irgendwann von alleine dazustoßen.
Wie es der Zufall will, preist ihm sein Kollege Martinsson eines Tages ein Wohnobjekt in Löderup an. Anfangs skeptisch, letztendlich entschlossen macht sich Kurt Wallander an einem trübkalten Herbsttag zur Besichtigung auf.

Bei der Inspektion des Wohnobjekts stolpert er über eine "Wurzel" im Garten. Intuitiv hält der Kommissar inne. Irgendwas stimmt hier nicht. Was zunächst wie eine Wurzel aussieht, entpuppt sich zu seinem großen Erschrecken als das vermoderte Skelett einer Hand. Ein spannendes Wallander-Abenteur beginnt!

Also mich hat die Geschichte überzeugt! Ich mag diese wortkargen, melancholischen Typen aus dem Norden einfach. Mord im Herbst ist eine tolle Geschichte für einen trüben Herbstnachmittag, das dünne Buch ist sehr schnell ausgelesen und hat alles, was ein guter Krimi haben muss. Eine interessante faszinierende Geschichte, einen ungewöhnlichen Protagonisten und einen Autor, der bemerkenswert gut schreiben kann! Henning Mankell ist ein Künstler, der stimmungsvolle und logische Bücher schreibt. Die Geschichte passt sehr gut in die trübe Jahreszeit, sie spielt sich im Oktober ab und endet mit dem Beginn der Vorweihnachtszeit. Zu Beginn erschafft Mankell eine düstere Atmosphäre, bereits nach den ersten Seiten weckt er mit seiner Geschichte Interesse und danach bleibt es einfach spannend bis zum Schluss. Keine einzige Sekunde ist langweilig und man weiß auch nicht sofort wer der Mörder ist!

Im Anhang findet sich noch ein Nachwort vom Autor, darin klärt er viele Hintergründe zu Kurt Wallander auf, wie es anfing, wie es endete und was dazwischen geschah. Es ergeben sich viele Parallelen zwischen Autor und seiner Figur, so haben zum Beispiel beide im selben Jahr das Licht der Welt erblickt.


Copyright Lina Ikse Bergmann

Henning Mankell ist am 5.10. 2015 aus dem Leben geschieden. Ich verabschiede mich in Gedanken an den schwedischen Autor, der mir mit seinen Büchern so manchen Tag erfüllt hat!

"Wir kommen aus dem Dunkel, wir gehen in das Dunkel. Das ist das Leben. Wenn ich höre, dass die Leute forschen, um das Leben ins Unendliche zu verlängern, habe ich dafür kein Verständnis. Das Fantastische am Leben ist doch, dass es endet" Henning Mankell

Kommentare:

  1. Hallo liebe Tinka!
    Ich habe dich zum The Book Courtship Tag getagged: klick
    Vielleicht hast du ja Lust mitzumachen. Ich wäre auf jeden Fall auf deine Antworten gespannt. Wenn du keine Zeit hast, oder der Tag nichts für dich ist, dann musst du dich aber auch nicht genötigt fühlen. ;)
    Liebe Grüße
    Ciri

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  2. Danke fürs Taggen, mache auf jeden Fall gerne mit! Hab dir auf deinem Blog noch einen lieben Gruß dagelassen, bis bald :) lg

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