Mittwoch, 30. September 2015

Die Asche meiner Mutter

Das Original erschien 1996 unter dem Titel "Angela' s Ashes bei Scribner, New York. 529 Seiten

Jetzt ist es am Schönsten, draußen zu lesen, bei frischer Herbstluft und heißem Tee! 

 Es muss sich um einen Zufall handeln, dass ich das Buch "Die Asche meiner Mutter" von Frank McCourt jetzt gelesen habe. Ich hatte das Buch bestimmt über 5 Jahre zu Hause im Regal stehen. Der Auslöser dafür war die Rory Gilmore Reading Challenge, bei der ich  seit ein paar Monaten mitmache. Es ist wirklich das perfekte Herbstbuch und alle, die es bis dato noch nicht gelesen haben, sollten es jetzt im Herbst tun. In keinem anderen Buch regnet es so viel wie in Frank McCourts "Die Asche meiner Mutter". Von der Masse an Tee, die von der ersten bis zur letzten Seite getrunken wird, kann man sich wahrscheinlich keine Vorstellung machen. Es müsste ein ganzer Weltozean sein. Da empfehle ich selbst ein Kännchen Lieblingstee aufzubrühen. 


Die Asche meiner Mutter ist ein autobiographischer Roman und wurde 1996 das erste Mal in Buchformat gedruckt. Der Autor schildert darin seine Kindheit im Irland der 30er und 40er Jahre.

Inhalt:

Franks Vater stammt aus dem Norden Irlands und ist ein begnadeter Säufer. Wegen irgendeiner verzweifelten Tat, auf die im Buch nicht näher eingegangen wird, musste er in den 20er Jahren das Land verlassen und ging nach Amerika. Dort lernt  er Angela  kennen, die von der eigenen Mutter wegen ihrer angeblichen Nutzlosigkeit weggeschickt wurde. Im Original heißt das Buch auch Angela's Ashes. Die beiden heiraten und das Elend beginnt. Aus dieser Ehe gehen schließlich fünf Kinder hervor , wovon nicht alle überleben. Ohne Jobs und völlig mittellos muss die Familie zurück nach Irland. Nur blöd, dass sie dort niemand haben will. Alle Verwandten verschließen  die Türen  und wollen so wenig wie nur geht mit ihnen zu tun haben.  Und für alle anderen bleiben sie die ewigen Yankees. Die neue Heimat kennt Frank nur aus Erzählungen, Mythen und Liedern, die sein Vater wenn er genug Pints getrunken hat immer und immer wieder singt. In Irland angekommen zieht die Familie in die Slums von Limerick, wo es nur deswegen so viele fromme Menschen gibt, weil die Kirche der trockenste Ort ist. In Irland lernt Frank, was es heißt arm, katholisch und irisch zu sein.  Zwischen Läusen, Flöhen, bierseligen Utopien, kirchlicher Fürsorge und Sozialamt verbringt Frank seine Kindheit, bis er am Ende wieder nach Amerika zurückkehren kann.

Klappentext:

"Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit, eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum. Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit"

Meine Meinung:

Wenn man diese Beschreibung liest, denkt man die Geschichte sei viel zu trist, um irgendwie freiwillig gelesen zu werden. Ich muss sagen, dem ist nicht so! Der Erzählstil in diesem Buch ist trotz prekärer Lage total entspannt und teilweise auch witzig. Der Autor wollte mit seinem autobiographischen Roman kein Mitleid erzeugen, er erzählt die Geschichte eher aus kindlicher Sichtweise, Kinder träumen sich ja ihre Realität irgendwie zusammen. Und die Asche meiner Mutter ist die Welt von Frank McCourt als dieser selbst bei Dauerregen und tiefer Armut  noch an Engeln und mythologische Wesen glaubte.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es hat wunderbar in die vorherbstliche Stimmung gepasst.
Es ist meiner Meinung nach ein Meisterwerk, da es auf seine eigene Art und Weise einzigartig ist. Ich kenne kein vergleichbares Buch.  Armut, Flöhe, Schwindsucht, katholische Frömmigkeit und viele andere negative Aspekte werden, von Frank McCourt beschrieben, auf einmal ganz anders wahrgenommen. Es macht Spaß die Geschichte zu lesen und dabei selbst die Kindheit von Frank McCourt aus dem Bett oder im Lesesessel mit einer heißen Tasse Tee geistig mitzuerleben.

 Da es schon ein Nachfolgewerk gibt, werde ich dieses bei Gelegenheit auf jeden Fall auch noch lesen!

★★★★

Rory Gilmore Reading Challenge: 48/300 gelesen

Kommentare:

  1. Huhu,
    wenn das mal nicht eine wunderschöne Rezension ist. Das Buch ist ja auch noch auf meiner Liste und jetzt freue ich mich richtig darauf. Das Bild ist auch sehr stimmungsvoll geworden.
    Liebe Grüße
    Ciri

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  2. Danke ^^ freut mich, wenn es zum Lesen animiert! Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, du solltest es unbedingt lesen. Vor allem jetzt im Herbst, wenn die Stimmung passt & man selber sehr viel Tee beim Lesen trinken kann :) Lg

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