Dienstag, 18. August 2015

Bonjour Tristesse

 erschienen 1954 in Paris, 192 Seiten



Der August neigt sich dem Ende zu, die letzten Tage waren für meinen Geschmack viel zu heiss, deshalb freue ich mich auch riesig auf den Herbst.  Kuschelpullis, Strickwesten und Tee. Aber jetzt ist noch der Sommer zu Besuch und  möchte noch ein bisschen bleiben! Ist ja nicht so, dass man im Sommer nicht melancholisch sein kann...

Ein gepflegtes Gefühl der Melancholie ist niemals schöner als an einem endlosen Sommertag am Strand – mit tatenlosem Blick auf den Meeresglitzer und Sandkörnern, die man durch die Finger rinnen lässt.

„Er verrinnt wie die Zeit,  – was für ein einfacher Gedanke und wie angenehm war es, einfache Gedanken zu haben!“ 

Sagt die 17-jährige Cecile im Roman "Bonjour Tristesse"

 Francoise Sagan schreibt diesen schönen Sommerklassiker mit 18 Jahren und löst 1954 einen regelrechten Skandal aus. Die Geschichte einer jungen Frau und ihrem tabulosen Umgang mit Sexualität passte damals nicht so in das Alltagsbild. Was hätten die dann über Feuchtgebiete gesagt ? Naja, es waren auch andere Zeiten. Bonjour Tristesse  wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet und hat sich weltweit millionenfach verkauft. Es existieren  auch etliche Verfilmungen der Geschichte. 

Wie jedes Jahr verbringt die 17-jährige Cecile ihre Sommerferien an der französichen Riviera. Sie genießt die sorgenlose Zeit, die sie gemeinsam mit ihrem jugendlichen Vater und seinen temporären Liebschaften verbringt. Außerdem lernt sie den attraktiven Studenten Cyril kennen und erlebt zum ersten Mal, wie schön Liebe sein kann.  Alles scheint perfekt, bis Anne in diese Idylle und Heiterkeit platzt, eine Freundin von Ceciles verstorbener Mutter. Denn Ceciles Vater ist völlig hingerissen von der schönen und intelligenten Modeschöpferin, dass er bald bereit ist sein bisheriges Leben aufzugeben. Mit Anne kämen Ordnung und Disziplin in sein Leben und auch in das Leben seiner Tochter.

Auch wenn Cecile Anne sehr bewundert und viel Sympathie für sie übrig hat, sieht sie gleichzeitig eine Bedrohung in ihr und schmiedet dunkle Pläne Anne so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Dieser Plan scheint auch zu funktionieren, aber die Folgen sind anders als erwartet.

Obwohl die Geschichte irgendwie ein bisschen plump klingt und normalerweise gelangweilte Hausfrauen anspricht, habe ich das Buch in wenigen Stunden ausgelesen und verstehe gut, warum es ein weltweiter Bestseller geworden ist. Es ist wirklich intelligent geschrieben. Am meisten hat  mich vor allem die Ästhetik begeistert, welche die Schriftstellerin mit ihrer Sprache kreiert. Es riecht nach Meer, nach Côte d'Azur, Parfum reicher Leute steigt einem  in die Nase und dennoch ist das  Herz  von einer tiefen Melancholie umgeben. Ganz selten schafft es ein Buch so viel Atmosphäre beim Lesen zu erzeugen. 

Ein wirklich tolles Buch! 

★★★★

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