Montag, 20. Juli 2015

Die toten Seelen

Der erste Teil wurde 1842 veröffentlicht. 


Vor ein paar Monaten erst habe ich meinen Blog mit der Rory Gilmore Reading Challenge eröffnet. Einerseits beinhaltet die Liste sehr viele Bücher, die ich schon immer lesen wollte und andererseits ist es eine gute Möglichkeit seinen Literaturhorizont zu erweitern.

Das Buch, um das es heute geht, war auch auf dieser Liste, ich kannte es aber schon vorher, da es mir  von einem Bekannten empfohlen wurde. Das erste Mal als ich über die Geschichte hörte, hat mich das Buch neugierig gemacht und ich hatte es auch auf Island mit. Jetzt ist es ausgelesen und ich muss schon sagen, es gehört definitiv zu einem  der originellsten Bücher der russischen Literatur und der Weltliteratur! 

Zunächst sollte auch erwähnt werden, dass der Roman unvollständig ist und es insgesamt drei Teile davon gibt. Der zweite Teil ist leider sehr kurz, aber für die Erschließung der Handlung reicht das vorhandene Skript Gogols vollkommen aus.

 Inhalt:

Der Protagonist Pawel Iwanowitsch Tschitschikow fährt durch Russland und erledigt geheimnisvolle Geschäfte, er kauft  tote Seelen. Welche Verwendung er dafür hat, bleibt im Buch sehr lange verborgen.

Im damaligen Russland wurden verstorbene Leibeigene, die man auch als „Seelen“ bezeichnete, bis zur nächsten Revision nicht aus den Listen gestrichen und waren somit auf dem Papier nicht als Tote und damit wertloser Besitz zu identifizieren. Für diese „toten Seelen“ mussten von ihren Besitzern auch noch Steuern entrichtet werden.  Da der Staat also keinen Überblick über  gestorbene Leibeigene hatte, war es zudem möglich, diese rechtlich beglaubigt zu kaufen. Gutsbesitzer konnten sowohl ihre Höfe als auch ihre Leibeigenen an den Staat verpfänden. Wenn man das weiß, hilft es die Geschichte besser zu verstehen.

Tschitschikow trifft auf seinen Reisen auf viele skurrile Gestalten und auch der Protagonist selbst ist alles andere als gewöhnlich.  Es ist genau diese Reise, die die Handlung im ersten Buch auch ausmacht, es wird alles genau beschrieben und die Charaktere geben der Geschichte das gewisse Etwas. Im zweiten Teil setzt sich die Geschichte  fort. Tschischikow fährt weiter und kauft mehr Seelen. Nebenbei bekommt man mit, wie der Protagonist immer beliebter und angesehener in der Gesellschaft wird, je mehr Seelen er hat. Dass dieser plötzliche gesellschaftliche Aufstieg auch eine Kehrseite hat, steht außer Frage. Immer mehr Gerüchte leben auf und Tschischikow erscheint dem Leser von Kapitel zu Kapitel immer ominöser. Eines Tages wird er schließlich verhaftet, aber das ist nicht das Ende der Geschichte. Zu viel verraten möchte ich, wie immer nicht!
 
Fazit:  

Die Kernaussage der Geschichte ist nicht eindeutig, aber der Schreibstil ist wirklich interessant. Einerseits haben wir hier eine sehr hochwertige Sprache, anderseits lässt der Autor viel Witz und Sarkasmus einfließen. An manchen Stellen belustigt er sich über die damalige russische Gesellschaft und richtet sich auch direkt an den Leser. Er macht sich lustig über die Menschheit, über ihre Gier und das Streben nach Reichtum und darüber, dass nur noch die Seele von uns übrig bleibt. 

Man erfährt nebenbei viel über die damalige Gesellschaft (Russland nach der Zeit Napoleons) und über die russische Kultur. Insgesamt würde ich das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen, weil es gut zu lesen ist, die Geschichte viel Ironie und auch handfeste Informationen bietet. Wer den klassischen Schreibstil liebt, dem wird das Buch gefallen! Alte Sprache und Wörter, die keiner mehr verwendet, muss man bei diesem Werk einfach mögen.


Somit habe ich ein weiteres Buch der readingchallenge abgehackt und freue mich auf das Nächste.

Stand: 47/300 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Blogger Widget
Contact GitHub API Training Shop Blog About © 2016 GitHub, Inc. Terms Privacy Security Status Help