Sonntag, 21. Juni 2015

Island (Iceland)

und so sieht so ein Torfhaus von innen aus, ganz gemütlich find ich!

Ich melde mich zurück, die Zeit in  Island ist so unglaublich schnell vergangen! 9 Tage Roadtrip, nasses Wetter und lange helle Nächte zehren irgendwie unbewusst an einem. Es hat gedauert bis ich mich wieder in meinem Alltag eingelebt habe, aber jetzt hab ich etwas Zeit gefunden, um den Blog upzudaten.

Ich habe so viel Schönes erlebt, über alles zu berichten würde den Zeitrahmen sprengen, also werde ich mich auf Literatur beschränken. Die Highlights diesbezüglich sind unter anderem, der Besuch des Snorri Sturluson Museums, die Torfhäuser mit den Grassodendächern und ein kleines verstecktes Antiquariat in der Innenstadt von Reykjavik. Außerdem hab ich vor Ort noch den ein oder anderen Krimileckerbissen entdeckt.

Das Bild da oben ist von einem Torfhaus. In Skogar gibt es noch ein gut erhaltenes Torfhaus-Freilichtmuseum. Von außen sehen die Häuser so klein aus, aber wenn man einen Fuß hineinsetzt, sind sie ziemlich gemütlich und schmucke eingerichtet. Auf Island wachsen keine Bäume,  es herrschte schon immer Holzmangel dort. Deswegen mussten sich die Leute etwas einfallen lassen und entwickelten eine geniale Bauweise. Dabei ist es wichtig, dass die Dächer die richtige Neigung haben, sonst ist das Grassodendach undicht oder stürzt komplett ein. Das Dach besteht aus Torf und die Wände aus Steinen und die Inneneinrichtung ist mit Schwemmholz gezimmert. Ziemlich genial. Ich kann den Besuch des Museums echt empfehlen, man fühlt sich teilweise wie im Auenland dort ;)

Das Torfhausfreilichtmuseum in Skogar ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Ein weiteres Highlight meiner Islandreise war der Besuch in dem kleinen Antiquariat in einer Straße, die den Namen Klapparstígur trägt. Hinter den Türen des Bokin tut sich eine eigene kleine Welt auf. Gleich beim Betreten des Ladens stehen neben dem Eingang und eigentlich auch überall sonst im ganzen Laden gestapelte Bücher. In der Mitte sitzt irgendwo ein alter kauziger Mann, vertieft in einen Schmöker und hört gespenstische gregorianische Klänge. Seine Ausstrahlung erinnert an einen düster dreinblickenden Beethoven, aber er ist eigentlich ganz nett. Gerne tratscht er mit Einheimischen und Touristen und ist für alle Fragen offen. Es gibt da so ziemlich alle Bücher zu kaufen, die meisten sind gebraucht und da es sich um ein Antiquariat handelt, besitzen die meisten wunderschön verzierte Einbände. Der Großteil ist in Isländischer Sprache, es gibt nur eine kleine Abteilung, wo man englischsprachige Ausgaben findet. Leider, denn die Bücher sind wirklich wunderschön!!



Dennoch lohnt es sich vorbeizuschauen, einfach um zu schmökern. An den Wänden hängen interessante Bilder aus vergangenen Fischertagen und dort und da sitzt ein ausgestopftes Tier auf einem der Bücherstapel und schaut einen finster an. Es riecht nach alten Büchern und man kann so lange bleiben wie es einem beliebt.


Bücher habe ich auch gekauft in Island. Mir wurden einige Krimis von den Einheimischen beim Biertrinken empfohlen. Was wäre auch Skandinavien ohne Krimis? Als kleine Verlängerung der Reise habe ich mich dann entschlossen mir einen der empfohlenen Krimis zu kaufen und so kam es, dass ich 2.251 Kronen für das Buch Todesrosen von Arnaldur Indridason ausgab. Es steht nun auf meiner Leseliste und ich hoffe, dass ich neben dem Lernen etwas Zeit finde es zu lesen, dann berichte ich natürlich auch darüber.


Als Mythologie interessierter Mensch konnte ich mir einen Besuch im Snorri Sturluson Museum nicht entgehen lassen. Wer Snorri noch nicht kennt, den kläre ich hiermit einbisschen auf. Snorri Sturluson lebte zwischen 1179 und 1241 und war ein isländischer Skalde (Dichter) und Politiker. Er verfasste die Snorra-Edda, ein Lehrbuch für Skalden. Snorri fasste die nordischen Mythen, die er der Lieder-Edda und anderen nicht mehr bekannten Quellen entnahm, in der Absicht, ein Handbuch zur Verfügung zu stellen, das die altnordische Metrik und Poetik und die Stoffe der Dichtungen, denen die poetischen Umschreibungen entnommen sind, dokumentiert. Außerdem befürchtete er den Verlust der alten Götter und somit auch der Kultur durch die Christianisierung und wollte dieses Erbe schriftlich festhalten. Die Dichtung erzählt von der Entstehung der Welt und von der Lebensweise der Menschen mit den alten Göttern. Es ist nicht einfach zu lesen und man sollte sich einbisschen für die nordische Mythologie interessieren bevor man es liest.

Der Besuch des Museums zeigt wie Snorri zu seiner Zeit lebte. Die Ausstellungsstücke und Funde erklären Gesetze, Literatur und Gesellschaft und Lebensweise im Island des Mittelalters.  Zu sehen sind unter anderem Snorris Pool (Bild) Snorralaug, ein rundes steingesäumtes Becken, das von einer heißen Quelle gespeist wird.


Snorris Pool, Snorralaug

Dann werde ich mich jetzt wieder meinem Studium widmen und für die kommenden Prüfungen lernen und von Island und der wunderschönen Landschaft träumen. Schönen Sonntag!

PS: dont steal pictures!

Kommentare:

  1. Das sind ja wunderschöne Bilder! Besonders faszinierend - vom Antiquariat mal abgesehen ; ) - finde ich die von dir beschriebenen Torfhäuser. Bei den aktuellen Temperaturen hier würde mir jetzt ein Aufenthalt in kühleren Gefilden auch gut tun ... Liebe Grüße
    Petra

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  2. Dankeschön ^^ ja wem sagst du das, ich träume seit Tagen von 11° und Regen !! Dieses Wetter ist ja nicht zum Aushalten haha

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  3. Liebe Tinka,

    ein schöner Bericht und schöne Fotos. Hinsichtlich Literatur hatte ich Island nie im Fokus und auch Krimis mag ich nicht sehr gerne. Aber die kleinen Buchläden sind einfach schön und einladend. Die Isländer lesen einfach gerne, das merkt man einfach.

    Liebe Grüße
    Tobi

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  4. Lieber Toby,

    danke für deine netten Worte! Ja irgendwie ist Island nicht so besonders bekannt für Literatur, aber vielleicht wird es ja noch. Betreffend Krimis: ich hatte da auch so meine Probleme, mag diese aktiongeladenen, bluttriefenden Krimis auch nicht besonders! Ich lese lieber stimmungsvolle Krimis, die sowas nicht brauchen, um spannend zu bleiben. Von denen gibt es leider nicht so viele. Naja vielleicht kommst du ja irgendwann mal auf den Geschmack ;) glg

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  5. sehr interessant liebe Tinka, wie du siehst bin ich bis hierher gewandert und habe eine wunderschöne Landschaft, interessante Gegenstandsbeschreibungen, etwas übers Land, die Bauweise, wie die Menschen dort leben und deine Vorliebe für eine bestimmte Art Krimis zu lesen,erfahren.Die Buchläden + Häuser sind bezaubernd, tolle Bilder, danke - sehr verführerisch für jede Leseratte, hast du sie in englisch oder nur in der Landessprache vorgefunden, gar manche auch in deutsch? Sonst wär ich zum lesen aufgeschmissen.
    ein erstaunliches aber sehr schönes Land von dem du hier berichtest, das reizt mich doch sehr.
    lieben Gruß angelface

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  6. Das Buch war auf Deutsch, es gab da Bücher auf Englisch, Deutsch, Russisch und Italienisch. Ich lese auch englische Bücher sehr gerne, hat eine ganz andere Stimmung als das Deutsche, solltest es einmal versuchen ;) Vielen Dank für deinen netten Kommentar! Liebe Grüße zurück

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