Mittwoch, 3. Juni 2015

Die vier Jahreszeiten


erschienen 2009 im Piper Verlag



Lähmende Tage zu Sommerbeginn, an denen es so heiß ist, dass ich meine Wohnung nur ungewollt verlasse, und nur wenn es sein muss, verbringe ich am liebsten mit Lesen!! Heute ist so ein Tag! Vor einer Stunde noch saß ich im Garten, meine Zucchini haben schon Blüten und die Brunnenkresse wächst fröhlich dahin und streckt sich nach der Sonne, mir jedoch war es da zu heiß. Deshalb hab ich es mir woanders gemütlich gemacht.


Dieses kleine Lesebuch ist heute mein Begleiter. Sandor Marai ist einer der ganz großen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Er wurde am 14. April 1900 geboren und lebte und studierte in verschiedenen Ländern Europas, wobei er dann doch aus politischen Gründen 1948 in die USA auswanderte. Bekannt wurde er vor allem mit der Neuauflage seines Romans "Die Glut".


In "Die vier Jahreszeiten" legt Sandor Marai  in tagebuchartigen Aufzeichnungen seine Betrachtungen, Eindrücke, Gedanken, Stimmungen und Gefühle über das Leben und die Vergänglichkeit auf glanzvolle Weise und in poetischer Dichte dar.  Jedes Kapitel ist einem Monat zugeordnet. Jeder Monat ist für ihn mit bestimmten Gefühlen und Eindrücken verbunden. Er schreibt  über Bücher, Reisen, Politik und alles was so zum Menschdasein gehört. Dabei beeindruckt vor allem seine edle, elegante Sprache, die ihre ganz eigene Melodie zu haben scheint. Es ist ein Buch zum Genießen schön, ein Buch das man immer wieder in die Hände nimmt !


Klappentext:

Sonntage in Paris, der Duft einer Orange oder die Vergeblichkeit des Schreibens: Nirgendwo ist der große ungarische Romancier Sandor Marai wahrhaftiger und unmittelbarer als in seinen tagebuchartigen Miniaturen und den Gedanken über das Glück und die Vergänglichkeit, das Reisen und sein Leben mit den Büchern.




Auszüge:


Das Meer


Im Traum höre ich manchmal das Meer. Und dann überkommt mich eine unwiderstehliche Sehnsucht, ein so tiefes, schmerzliches Heimweh, dass mir im Schlaf Tränen in die Augen treten und über die Wangen rollen. Am Morgen nach einer solchen Nacht erwache ich mit salzigem Geschmack in den Mundwinkeln, als hätte ich - in der eigenartigen Realität des Traums - mein Gesicht ins Meerwasser eingetaucht.


Fremder Wein


Am Abend trank ich deutschen Wein. Sein Geschmack ist kühl und rein. Er lullt nicht ein, sondern wirkt eher belehrend. Sein Rausch reizt zum Zweifeln und Rechnen. Unser Wein animiert: Berausche dich, vergesse ! Der deutsche Wein: Komm zu dir, erinn're dich!


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