Mittwoch, 11. März 2020

Gebrauchte Bücher

Diese kleine Buchhandlung habe ich bei meinem letzten Budapest-trip besucht :))

Ah, gebrauchte Bücher, die müffeln doch so!? Höre ich immer wieder. Räusper...ja...auch. Aber irgendwie hat doch dieser ganz spezielle Geruch von alten Büchern seinen Charme. Ich muss bei alten Büchern irgendwie immer an die ganzen Fantasy-Filme denken, vor allem an "Die unendliche Geschichte" und an Herr Koreanders Buchladen. Somit assoziiert man alte Bücher automatisch mit Magie und altem Zauber. In vielen Serien oder  Filmen wird irgendwo ein altes und verstaubtes Buch ausgegraben, man denke an Charmed und die Zauberschwestern und ihrem Buch der Schatten oder an Buffy, die Dämonenjägerin und das mächtige Zauberbuch Vampyr

In der Bloggerwelt scheint der Zauber alter Bücher an nahezu jedem vorbeigegangen zu sein. Ich sehe leider auf fast jedem Blog immer nur die letzten Neuerscheinungen und überhaupt scheint jeder dasselbe zu lesen. Bei den vielen Fotos mit den Neuzugänge-Stapeln frage ich mich auch oft ernsthaft, ob die das alle auch tatsächlich lesen ?? Und falls ja, woher nehmen die alle die Zeit dafür? Alle paar Tage wird ein neuer Post veröffentlicht mit einer neuen Rezension, irgendwie kann ich denen das einfach auch nicht abkaufen. Nun ja...ich habe dann auch schon aufgehört Blogs zu lesen (bis auf ein paar Ausnahmen, die man in meinem Blogroll findet), weil mich das alles irgendwie einfach gelangweilt hat und ich mit diesen ganzen Büchern auf den meisten Blogs nichts anfangen kann. 

In diesem Post möchte ich ein wenig offenlegen, warum es sich lohnt auch alte und gebrauchte Bücher zu kaufen.

1. Alte Bücher sind sehr erschwinglich


Schon für wenige Cent bekommt man ein gebrauchtes Buch. Manche Online-Anbieter, wie Amazon oder Medimops haben zudem eine riesige Auswahl und es gibt kaum ein Buch, das man dort nicht findet. Auch ich habe schon Bücher auf Amazon um einen Cent gekauft. Ein neues Buch hingegen kostet da schon mal 30 Euro. Um 30 Euro bekomme ich 7 Kaffees in meinem Lieblingscafe, 6 Bier in meiner Lieblingskneipe und das ein oder andere Ticket für ein Konzert meiner Wahl. Hätte ich das Geld für ein neu gedrucktes Buch ausgegeben, würde es irgendwann in meinem Regal Staub fangen und alle heiligen Zeiten mal wieder hervorgeholt werden. Lohnt sich also nicht wirklich.

2. Bummeln in Second Hand Shops macht einfach Spaß


Kein Second Hand Shop gleicht dem anderen, sie sind immer liebevoll gestaltet und mit einer persönlichen Note der Inhaber versehen. Ich liebe es ! Das Stöbern in solchen shops macht einfach Spaß und es gibt vieles zu entdecken, das man in einem Standard-Laden, wo alles ein Einheitsbrei ist, nicht findet. Zudem habe ich in 2nd -Shops schon so viele Bücher und Autoren für mich entdeckt, die irgendwie schon ins Vergessen geraten sind. Bücher, die nicht mehr neu aufgelegt werden und deswegen auch kaum gelesen werden. Eine wahre Schatzgrube.

3. Bäume lieben gebrauchte Bücher


Die Klimakrise hat endlich auch das Nachdenken über ein nachhaltigeres Leben in die Köpfe der breiten Masse gebracht. Plastiksparen, Zero Waste und die Lebensmittelverschwendung sind in aller Munde und das ist großartig. Warum also nicht auch bei Büchern umdenken und zu einem gebrauchten Buch greifen und somit Bäume leben lassen. Jährlich werden zig Tausende Bücher gedruckt und verstauben dann zu Hause in den Regalen, das muss doch wirklich nicht sein.

4. Alte Bücher haben ihre eigene Seele




Was? Wie das denn?? Nun ja, so ein altes und gebrauchtes Buch ist schon durch manche Hände gereicht worden und dies hat natürlich Spuren hinterlassen. Kleine Notizen, die etwas von ihren Vorbesitzern verraten, Anekdoten und mit Leuchtmarker angestrichene Passagen. Somit erzählt das Buch eine eigene Geschichte zusätzlich zu der vom Autor verfassten und kein Buch gleicht dem anderen.

5. Sharing is caring


Ein gebrauchtes Buch leiht man vermutlich eher her als eines, das man um 30 Euro gekauft hat. Es macht auch nichts, wenn beim Lesen das ein oder andere Faux pas passiert. Kaffeeflecken oder Schokoladeflecken sind dann kein großes Drama. Und letztendlich geht es bei einem Buch sowieso nur um den Inhalt, sprich das Geschriebene selbst rückt wieder in den Vordergrund.

6. Tradition bewahren


E-Books sind vielleicht praktisch und für den Urlaub sicherlich eine Alternative, die in Erwägung gebracht werden kann, aber das gesamte Lese-feeling geht irgendwie verloren. Ich brauche einfach etwas, das man knicken und in der Hand formen kann, wie es einem gerade beliebt. Auch dieser Fakt spricht für alte und gebrauchte Bücher, da diese ja schon meistens irgendwie verformt sind und Eselsohren haben, da macht dann ein weiteres Knicken das Kraut auch nicht mehr fett :-D

7. Ästhetik



Diese McBeth Ausgabe ist doch einfach traumhaft, oder findet ihr nicht??

Ich habe mir auch schon einfach nur aufgrund der Gestaltung ein altes Buch gekauft und dieses der Neuausgabe vorgezogen, weil die neuen Bücher meistens total hässlich sind. Das Cover mancher Bücher wurde vermutlich in 5 Minuten am PC designt und hat absolut keinen Style. Bücher aus den 90ern hingegen sehen einfach schöner aus, wenn ich mir da z.B die alten Penguin Book Klassiker ansehe und sie mit den neuen Manesse Büchern vergleiche, wirken die Manesse Bücher irgendwie wirklich total hässlich dagegen. Die Buchcover passen überhaupt nicht zu den Geschichten selbst und die übertrieben knalligen Farben mochte man vielleicht in den 80ern, aber mittlerweile und überhaupt sind es eher klassische Looks, die die Zeit überdauern.

8. Man spart Geld


Wie in den anderen Punkten schon besprochen, sind gebrauchte Bücher einfach günstiger und helfen beim Geldsparen

9. Auflagen unterscheiden sich kaum


Meistens unterscheiden sich ältere Auflagen kaum von neueren. Der Käufer wird nur dazu verleitet die neuere Ausgabe zu kaufen, weil diesem das so eingeredet wird. Ich habe das auf der Uni selbst gemerkt, dass die älteren Ausgaben sich kaum von neuen unterscheiden. Schaut selbst mal nach :)))

10. Der Geruch alter Bücher


Der Geruch alter Bücher ist etwas Faszinierendes und Magisches. So unverwechselbar wie der Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee, von einem Waldspaziergang nach dem Regen oder von der Meeresbrise im Norden - man speichert ihn ab und mag ihn eben einfach. Vielleicht erinnert er auch ein wenig an Kindheit oder an den Großvater und seine Bibliothek, an die ehemalige Schulbibliothek, an was auch immer, es ist einfach ein schöner und unverwechselbarer Geruch, die letzte Magie auf unserer Erde.


Und wie seht ihr das?? Kauft ihr lieber gebrauchte oder neue Bücher? Und müssen Bücher für euch schön sein, damit ihr sie lesen würdet?? 

Sonntag, 8. Dezember 2019

Lockruf des Goldes



Ich habe in letzter Zeit viele Bücher angefangen und nach wenigen Seiten wieder weggelegt, weil sie mich einfach nicht fesseln konnten. Irgendwie wollte ich dann doch wieder ein Buch lesen, das mich so fesselte, dass  ich wieder einmal die Nacht durchlesen sollte. Die Frage war nur welches? In solchen Situationen greife ich gerne auf alt vertraute Autoren zurück. Autoren, dessen Bücher mir fast immer gefielen und die ich immer weiterempfehlen könnte. Ein solcher Autor ist für mich Jack London

Das Buch "Lockruf des Goldes" erzählt die abenteuerreiche Geschichte des Protagonisten Burning Daylight, der zwar von seiner Gestaltung zunächst wie ein übermenschlicher und arktischer Held wirkt, sich aber dann im Verlaufe der Erzählung selbst findet und am Ende erkennt, dass das wahre Glück erst durch das Stillen unserer Sehnsucht nach dem reduzierten Leben im Einklang mit der Natur zu finden ist.

Eingeführt wird man in die Erzählung indem man Dylights Leben in Alaska kennenlernt, wo er sich schon einen Namen gemacht hat und von seinen Mitmenschen geachtet und gefeiert wird. Keiner kann wie er die körperlichen Strapazen der Schlittenreisen ertragen und keiner hat seine Kraft, seine unerschöpfliche Energie und den Wagemut. Zudem verbindet sich dies alles mit Freigebigkeit, Gutmütigkeit und Kameradschaftlichkeit - rundum machen diese Eigenschaften Burning Daylight zu einem beliebten Zeitgenossen unter den Menschen in Alaska.

Die langen, kalten und dunklen Abendstunden werden mit Spielen verbracht. Daylights Spielernatur verhilft ihm zu manchem Sieg und als er schließlich auch noch als Goldsucher Erfolg hat und zu großem Reichtum gelangt, verschlägt es ihn in die Großstadt, wo er sich ins Finanzwesen stürzt und lernt mit den großen Finanzhaien mitzuschwimmen. Dass dort aber nicht Redlichkeit und Rechtschaffenheit, sondern erbarmungsloser Kampf und Ausbeutung des Schwächeren herrschen, wird ihm sehr schnell bewusst.

Die moderne Gesellschaft war ein riesiger organisierter, auf Ausbeutung der Schwachen und Minderbegabten berechneter Schwindel. Arbeit, rechtmäßige Arbeit war die Quelle allen Reichtums, nirgends aber sah man die rauhhändigen Söhne der Arbeit sich ihrer Früchte erfreuen. Fuhren sie in eigenen federnden Automobilen, kleideten sich in feine seidene Stoffe? Tausende, Hunderttausende saßen Nächte hindurch und schmiedeten Ränke, um sich zwischen die Arbeiter und die von diesen geschaffenen Dinge zu drängen. Die Ränkeschmiede waren die Unternehmer. Ihnen fiel der Gewinn zu, der durch kein Gleichheitsgesetz geregelt, sondern nur ddurch ihre eigene Stärke und Gemeinheit bestimmt wurde. S. 124

Als er schließlich übers Ohr gehauen wird, muss er sich anpassen und fortan mit falschen Karten spielen. Jedoch färben nach und nach die Grausamkeit und Menschenverachtung dieser Geschäftswelt auch auf ihn herab. Sein Körper verfällt vom Büroleben und seine Seele wird krank vom Alkohol.



So wie auch in seinen anderen Büchern beschreibt Jack London in "Lockruf des Goldes" das Leben in der modernen Gesellschaft (vor allem dem Ort "Stadt") als trost- und hoffnungslosen Ort der Vereinsamung und Isolation, der Entfremdung der Natur, Gesellschaft und vor allem vor sich selbst. Der von der Wildnis gestaltete und geformte Burning Daylight wird von der Stadt in Besitz genommen, besessen, zu einem geldgierigen Geschöpf und sinnenbetäubten Charakter gemacht. Dies wird ihm natürlich nicht selbst bewusst. Erst als Dede Mason in sein Leben trifft, wird er mit dieser Entwicklung schleichend konfrontiert, indem er sich in sie verliebt und von ihr wieder zurück zur Natur geführt wird. Die Begegnung mit Dede Mason verhilft Jack Londons Erzählung im letzten Drittel des Buches dann auch zu einer Liebesgeschichte. Ob diese nicht ganz uninteressante Liebelei letztendlich ein Happy End findet, liest  man aber am besten selbst nach. Bis man aber erfährt ob die beiden zusammenkommen, muss die Leserschaft Geduld üben und dies macht auch das Buch dann besonders spannend, weil man natürlich hofft, dass sich Burning Daylight zu seinen Wurzeln besinnt und das Herz der Frau gewinnt.

Und da trat Dede Mason in sein Leben. Fast unmerklich. Er hatte sie ganz unpersönlich engagiert, so wie er seine Büroeinrichtung angeschafft, seinen Laufjungen und Morrison, den einzigen Kontoristen und sein Faktotum, engagiert hatte.  S.125

Insgesamt hat die Erzählung eine berechtigte Portion Kritik an der Lebensweise der Menschheit, die vor allem vom Geld bestimmt wird. Das Geld trübt unsere Sinne und entfernt uns von den kleinen Dingen, die aber das Glück letztendlich ausmachen. So erkennt Burning Daylight am Ende, dass das einfache Leben das richtige Leben ist und dass er (und wir Menschen) ein Teil der Natur sind.

Das Besondere an Jack Londons Büchern liegt in der restlosen Unmittelbarkeit und Ehrlichkeit seiner Sprache und seinen Figuren. Auch wenn die Figuren oft unrealistisch erscheinen, haftet ihnen nicht wenig Mystik aus der Alltagsrealität an, was sie widerum erstens authentisch macht und zweitens interessant und drittens dann doch wieder greifbar. In Burning Daylights Fall zeigt sich dieses Phänomen einmal mehr und ich wurde wieder köstlich von Jack London unterhalten. Für mich müssen Romanfiguren einfach das Interesse an ihrem Schicksal wecken und über viele Seiten hinweg wachhalten. Dies gelingt Jack London hier wunderbar, indem er nicht nur eine spannende Figur kreiert, sondern seine Leserschaft an deren Abenteuern teilhaben lässt. So begleitet man Burning Daylight bei eisigen Temperaturen auf dem Schlitten durch Alaska, spielt mit ihm das Glücksspiel und kämpft um das Herz einer Frau und hofft dabei, dass alles ein gutes Ende finden möge. Ganz klar, dass man da das Buch nicht mehr weglegen kann.

★ verschlungen!

Sonntag, 3. November 2019

Losing Earth

Rowohlt Verlag 2019 / 234 Seiten 


"Losing Earth" ist leider kein Kultbuch, das irgendwelche Influencer auf instagram posten. Ich kannte das Buch auch nicht und bin zufällig drüber gestolpert als ich mal wieder auf der Homepage des Rowohlt Verlags gestöbert habe. Warum es kein Kultbuch ist, kann ich mir damit erklären, dass es eigentlich genau diesem ganzen Konsum-Wahn widerspricht, dem auf instagram so gut wie jede/r verfallen ist. Die App besteht mittlerweile nur noch aus Werbung und man wird von anderen Usern mit Markenware zugespammt. Immerhin spiegelt aber die App irgendwie auch das Konsumverhalten wieder, aber über instagram will ich nun hier nicht weiter sprechen.

Zusammengefasst legt "Losing Earth" offen, dass wir Menschen uns besser unseren Untergang vorstellen können als unsere Gewohnheiten aufzugeben. Wie Nathaniel Rich zu diesem Entschluss gekommen ist, liegt auf der Hand, man braucht nur in die Vergangenheit zu blicken. 

Die Klimakatastrophe, die wir nun schon spüren, hätte verhindert werden können. Anfang der 80er-Jahre als noch nicht alles so wie heute war, wo es noch echte Winter gab und das Ozonloch noch nicht völlig zerstört wurde, hätte die Menschheit es schaffen können, die Erde zu retten. 1979 erkennen nämlich zum ersten Mal in der Geschichte der Umweltlobbyist Rafe Pomerance und der Nasa-Forscher James Hansen, dass sich die Erde viel zu schnell erwärmt. Gleichzeitig zeigen sie auch auf, was  die Erwärmung begünstigt und wie diese verhindert werden kann und nennen auch Schritte, die vor allem die Politik hätte tun müssen, damit der CO2-Ausstoß, der  Hauptverursacher der desaströsen Erwärmungsbeschleunigung,  minimiert wird. Nach dieser Entdeckung entspinnt sich ein wahrer Kampf zwischen Wissenschaftlern und Politikern. Die einen im Versuch ihre Entdeckung publik zu machen und die anderen diese Entdeckung so schnell wie möglichst wieder unter den Teppich zu kehren und unbemerkt zu machen. Wenn man bedenkt, dass die 80er-Jahre die Hochblüte der fossilen Energiestoffe waren, dämmert dem Leser bzw. der Leserin auch recht schnell, warum das Interesse auf Seiten der Politik für die Umwelt kaum vorhanden war.

In diesem Buch werden wir also gleich einer Reportage über das Versagen der Politik bezüglich Umweltschutz aufgeklärt und zum Nachdenken gebracht. Das Buch macht wütend, hinterlässt einen fassungslos und vor allem bleibt die Frage offen, wie es in Zukunft mit der Welt wohl weitergeht. Wenn man Nathaniel Rich glauben kann, dann ist die Erde sowieso schon verloren und es mag auch tatsächlich so sein, dass er damit gar nicht so unrecht hat. Vielleicht sind wir Menschen auch einfach prädestiniert mit der Welt zusammen unterzugehen....

Ich fand dieses Buch sehr angenehm zu lesen. Auch LeserInnen, die normalerweise eher einen Bogen um naturwissenschaftliche Themen machen, sich gar nicht für Umweltschutz interessieren oder auch diejenigen, die sich noch nie über sowas Gedanken gemacht haben, werden hier leicht verständlich an die Thematik herangeführt. Mir gefiel auch der klare Schreibstil, der das Buch zu einem flüssigen und spannenden Lesevergnügen macht.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, es wäre gut, wenn dieses Buch mehr Menschen lesen würden und am besten auch weiterschenken! Also bitte lesen & weiter empfehlen!

★ verschlungen

Mittwoch, 25. September 2019

Zur Voisthaler Hütte mit Hund

Der Weg führt durch eine traumhaft alpine Landschaft nach Oben

Wir haben den freien Tag genutzt und uns in die Berge verabschiedet. Der Husky war dieses Mal auch dabei, denn unser Weg führte dieses Mal zur Voisthaler - Hütte und war mit Hund kein Problem. Den Hund bei Wanderungen dabei zu haben, ist oftmals nicht so einfach, da man bei manchen Wanderungen Kuhwiesen passieren muss und einem auch andere Wildtiere begegnen können. Vielerorts darf die Fellnase sowieso nur angeleint als Wanderbegleiter mitgenommen werden. Bei unserer heutigen Wanderung war dies aber fast die ganze Strecke über ohne Leine möglich.


Duftende Wiesen begleiten uns auf unserem Weg - der Herbst ist da!

Wir starten den Weg in Dullwitz, wo es übrigens auch einen kleinen Parkplatz gibt wo man das Auto bis zur Rückkehr abstellen kann. Ich habe versucht den Startpunkt in der Karte einzuzeichnen, es ist dieser lange schwarze Strich. Am besten orientiert man sich indem man einfach Dullwitz ins Navi eingibt und sobald man in dem kleinen Kuhdorf angekommen ist, fährt man bei einer großen Wandertafel vorbei einen kleinen Pfad entlang, der direkt neben einer Kuhwiese entlang führt, bis zum Wald und parkt dort das Auto. Beim Parkplatz findet man auch die Beschilderung, die einem sagt, wie weit die Hütte entfernt ist und ob sie offen oder geschlossen hat.

Into the wild :)))

Ab der Beschilderung führt die Wanderung über eine Schotterstraße und ist mühelos zu bewältigen. Man geht quasi fast 2 Stunden flach und kann die schöne Landschaft genießen und mit seinen Wanderpartnern quatschen. Dies ist übrigens auch der Teil, wo ich meinen Hund angeleint ließ, da uns immer wieder Weideflächen (mit Elektrozaun eingezäunt) entlang des Weges begegneten. Nach etwa 2h biegt man dann in den Bösen Wald (ja, der heißt tatsächlich so) ein und die Wanderung wird etwas anspruchsvoller.

Ohne Leine unterwegs durch Wald und Berglandschaft

Ab nun geht es bergauf und die Tour wird steiniger - dies soll bis zur Ankunft auf der Hütte so bleiben. Ich würde diese Wanderung als mittelschwer einstufen, wobei der erste Part wie oben beschrieben zackig zu bewältigen ist. Allerdings sollte man fit und trittsicher sein, dies gilt auch für den Hund. Außerdem empfehle ich die Wanderung nur bei Schönwetter anzutreten, da es auch bei trockener Witterung schnell passieren kann, dass man ausrutscht.  Sobald man also den Wald erreicht hat, geht es über Geröll Richtung Bergspitze.



Es dauert nun nicht lange bis man die Baumgrenze überschreitet und rundherum wird die Landschaft immer alpiner. Man merkt auch schon beim Gehen, dass es steil nach Oben geht. Der eigentliche "Bergweg" beginnt so richtig erst  sobald man die Florlhütte erreicht und hinter sich gelassen hat. Leider ist die Florhütte in Privatbesitz und man kann sich hier nicht erfrischen, also muss man sich ein anderes Plätzchen für die Jause suchen. Schöne Platzerl gibt es auf der Tour aber reichlich.


Nach einer kleinen Rast kämpfen wir uns also weiter nach Oben über das enge und sehr steile Voisthalergassl zur Voisthalerhütte. Wasser gibt es auf dem Weg übrigens nicht, weshalb es ratsam ist die Tour nur im Herbst und Winter zu machen und genügend Wasser im Schlepptau zu haben. Die Mühe für den steilen Anstieg zur Hütte wird mit einem prachtvollen Anblick auf steile Felswände und nebelverhangene Bergspitzen belohnt. Irgendwann erreicht man dann den Höllsattel und stößt auf das Franzosenkreuz. Von dort ist es nicht mehr weit, allerdings ist das noch kommende Stückchen auch das forderndste der ganzen Wanderung.


in my eyes only a free soul is a happy one ...

Auf dem letzten Drittel treffen wir auf Steinböcke, die hier ein paradiesisches Leben führen müssen. Kurz bevor wir sie erblicken, finden wir Kotspuren und ich leine meinen Hund sicherheitshalber an. Obwohl mein Hund drei verschiedene Rückrufe kennt, will ich nichts riskieren und auch das Wild soll sich nicht bedroht fühlen. In dieser hohen Ebene leben diese schon recht selten vorkommenden Tiere zum Glück noch und das bisschen Lebensraum, das ihnen noch geblieben ist, soll respektiert werden. Bis zur Hütte bleibt also mein Hund deswegen auch angeleint.



Ab hier sprechen wir nur noch wenig, trinken immer wieder Wasser und versuchen nur noch die Hütte zu erreichen. Der letzte Teil ist wirklich nicht ohne.



Meine Wanderpartnerin muss bis zur Ankunft auf der Hütte immer wieder mal pausieren. Wer nicht so oft wandern geht und auch sonst kein sportlicher Typ ist, der wird an seine Grenzen stoßen. Umso schöner ist dafür der Moment wenn man endlich oben ankommt und die schöne Voisthaler Hütte betritt. Zur Zeit wird sie von einer jungen Frau geführt, die lecker vegane Linsensuppe auftischt und für ein Schwätzchen zu haben ist. Sympathisch erzählt sie uns, dass sie bereits seit einem halben Jahr hier oben lebt und arbeitet und die Ruhe und Aussicht genießt. Auch warnt sie uns davor am Wochenende hinzukommen, da es da schon recht voll wird.

Fazit:

Insgesamt lohnt sich diese Wanderung schon allein wegen der bezaubernden Landschaft und den Steinböcken, die man trifft. Wer noch nie so ein Tier gesehen hat, wird staunen wie majestätisch sie auf den ersten Blick scheinen. Für den pelzigen Begleiter ist es toll, weil der großteils ohne Leine laufen kann. (Bitte nur ohne Leine laufen lassen, wenn der Hund gut erzogen ist und auf Kommando hört!!!!) Wasserstellen gibt es leider nicht und für Mensch und Tier ist diese Wanderung am besten im Herbst oder Winter geeignet, ansonsten kann es schon recht heiß werden. Die Hütte bietet übrigens auch Übernachtungsmöglichkeiten an und gehört dem österreichischen Alpenverein an. 

Montag, 2. September 2019

Kürbis-Quinotto

Habt Ihr schon Mal was mit Quinoa gekocht???


Ich habe heute schon die Kürbiszeit in der Küche eingeläutet: Mein erstes Kürbisgericht dieses Jahr heißt Kürbis-Quinotto. Kling lustig, ich weiß. In Wahrheit ist es eigentlich ein Risotto, nur dass es eben ohne Reis auskommt. Anstelle vom Reis hat in diesem Gericht der Quinoa die Hauptrolle. Eh besser, weil er den Reis leicht in seinen Schatten stellt, vor allem wenn es um den Nährstoffvergleich geht. Quinoa macht im Vergleich zum weißen Reis nämlich viel länger satt, hat eine ordentliche Portion Eiweiß und gaaaanz viel Magnesium und Eisen. Die Zubereitung bleibt aber dabei dieselbe. So haben beide eine Kochzeit von um die 20 Minuten. Nur in einem unterscheiden sich die beiden: Reis enthält Stärke, weshalb das Risotto auch beim Kochen cremig wird, Quinoa leider nicht. 

Um diese typische Cremigkeit zu erreichen, die ein Risotto so lecker macht, wenden wir einfach einen kleinen Trick an. Da man bei der veganen Alternative keinen Parmesan verwendet, nimmt man einfach 1 El Mandelmus her, das sorgt für die gewünschte patzige Konsistenz. 

für zwei hungrige Mäulchen braucht man:

1 Tasse Quinoa
1l Gemüsebrühe
Salz und Pfeffer
500 g Hokkaidokürbis
1 Tasse Erbsen 
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
200 ml Weißwein 
Muskatnuss
1 El Mandelmus
Thymian, Petersilie frisch oder getrocknet
etwas Sojasahne zum Verfeinern 
2 El geriebene Cashewnüsse + 2 El Hefeflocken (vermischt)
1 El vegane Butter (ohne Palmöl) 

1) Zuerst schält man den Kürbis, entkernt diesen und schneidet ca 400g davon in Würfeln. Die anderen 100g werden mit einem Reibeisen geraspelt. Zwiebel und Knoblauchzehe schälen und fein würfeln. Brühe aufkochen. 

2) In einem etwas größeren Topf erhitzt man ca 3 El Olivenöl und bratet zuerst die Zwiebelwürfel darin an. Sobald diese glasig sind, kommt der Knoblauch für eine halbe Minute in den Topf. Achtung der brennt schnell an. Quinoa und Kürbiswürfel dazugeben und unter Rühren etwa 2 Minuten mitdünsten. Mit Wein ablöschen, verdunsten lassen und mit so viel Brühe aufgießen, dass alles schön bedeckt ist. Sobald die Flüssigkeit fast verkocht ist, wiederholt man das Verfahren.

3) Nach ca 10 Minuten gibt man dann den geraspelten Kürbis dazu, die Erbsen und 1 EL vegane Butter und den EL Mandelmus. Immer schön mit Brühe aufgießen, solange bis der Reis durch ist. 

4) Am Ende kommen noch Kräuter und eine Prise Muskatnuss dazu und ein Schuss Sojasahne zum Verfeinern. Mit geriebenen Cashewkernen und Hefeflocken bestreuen und ein paar Tropfen Olivenöl beträufelt servieren. 

Mahlzeit :))

Samstag, 31. August 2019

Blog-Update : Über neue Themen


Ich war hier in diesem Jahr nicht besonders aktiv. Auch habe ich im Vergleich zu den letzten beiden Jahren kaum Bücher gelesen. Seitdem ein Husky in mein Leben gepurzelt ist, schaffe ich es kaum noch Bücher fertig zu lesen oder Serien zu Ende zu schauen, da wir meistens draußen unterwegs sind. So blieb also die Motivation über Bücher zu bloggen meistens aus. Generell sind auch Bücher nicht mehr das Zentrum meiner Welt, wie es beispielsweise noch vor zwei Jahren war. Das Lesen liebe ich aber trotzdem noch, nur kam irgendwie die Idee auf, hier auf diesem Blog auch über andere Themen zu schreiben, bevor ich ihn stilllege. Inspiriert wurde ich dabei von anderen Blogs.

Tobi von Lesestunden hat zum Beispiel auch Abenteuerspielbücher, Comics & Computerspiele in sein Blogprogramm aufgenommen. Maike und Maraike, die zwei sympathischen Bloggerinnen vom ehemaligen Herzpotenzial-Blog (jetzt Nordseiten) widmen sich seit einiger Zeit auch Filmen, Serien und anderen Themen, die sich um das Leben im Norden Deutschlands drehen und schreiben auch darüber. Auch auf meinem Lieblingsblog Philea's Blog gibt Petra immer wieder Einblicke in nicht Bücher relevante Themen, wie Reisen und Basteln.

Da also mein Hund momentan fast mein ganzes Leben bestimmt (ein Husky ist eine Lebenseinstellung und kein Haustier!!!), habe ich mir überlegt, über das Leben mit einem Husky auch hier auf dem Blog zu schreiben, nur wusste ich nicht, ob das auch jemand wirklich lesen würde. Also ließ ich auf instagram darüber abstimmen, ob Ihr auch Hundebeiträge auf meinem Blog lesen würdet. Ehrlich gesagt, war ich ganz erstaunt, dass so viele mit Ja gestimmt haben und was soll ich sagen, es hat mich wirklich gefreut! 

Ach Mensch, lass mich doch dieses komische Gras hier essen...

Neben dem Thema Hund möchte ich hier in Zukunft auch über Nachhaltigkeit sprechen, da mich dieses Thema sehr beschäftigt. Natürlich werden aber auch Bücher weiterhin ein fester Bestandteil sein und im Vordergrund bleiben. Ich hoffe dadurch wieder mehr Interaktionen hier auf dem Blog zu erreichen und freue mich natürlich auf neue Bekanntschaften. Es kommen zwar noch Besucher auf diesem Blog, aber mir ist aufgefallen, dass fast keine Interaktionen mehr stattfinden. Kommentare und Meinungsaustausch vermisse ich hier sehr. 

Das wars fürs Erste Mal hier von mir. Bis bald, Eure Tinka!

Sonntag, 18. August 2019

Porträt einer jungen Damen

Ein wunderschönes Buchcover vom ars vivendi Verlag 

Henry James Schreibstil erinnert mich immer an einen intellektuellen Großvater, der im Schaukelstuhl sitzt und mit einem Cognac in der Hand Geschichten zum Besten gibt. Dabei habe ich aber einen ganz bestimmten Großvater im Kopf, dieser ist hoch gebildet, ist weit gereist - hat den Ozean mehrmals überquert, sich in die ein oder andere adrette Dame verliebt und kennt die Konventionen, die sich für eine adelige Gesellschaft schicken. Vor allem hat dieser Großvater meistens für die weiblichen Akteure seiner Geschichten immer etwas Außergewöhnliches geplant. So auch in dem Buch "Das Porträt einer jungen Dame"!

Inhaltlich gesehen handelt es sich bei diesem Buch um eine klassische Geschichte von Liebe und Verrat. Die junge Amerikanerin Isabel Archer kommt nach Europa, um ihre Verwandten zu besuchen und lehnt dabei das Hochzeitsangebot eines angesehenen Lords ab. Stattdessen heiratet sie auf einer Italienreise einen Blender und die Ehe entpuppt sich als einziges Martyrium. Erst im Verlaufe der Erzählung werden dann die wahren Beweggründe dieser Heirat beleuchtet, sowohl von Isabels Seite als auch von ihrem nichtsnutzigen Ehemanns. 

Henry James Erzählung konzentriert sich primär auf die Hauptprotagonistin Isabel Archer und ihr Schicksal. Der Autor schildert das Innenleben dieser Figur umfangreich, aber leider macht er es dabei seiner Leserschaft nicht einfach, diese Figur auch zu mögen. Sie wirkt zumindest am Beginn der Erzählung sympathisch, dies ändert sich dann nach und nach. Als höchstes Ideal sieht Isabel Archer zwar ihre Unabhängigkeit und möchte sich selbst treu bleiben, aber irgendwo zwischen den vielen Seiten der Lektüre verliert sich diese Attitüde dann und Isabel gleicht plötzlich einer naiven und langweiligen Frau, die sich schließlich doch einem Manne hingibt und in seinem Schatten lebt. Der Mann für den sich Isabel letztendlich entscheidet, ist für meinen Geschmack von Henry James einfach zu unrealistisch gezeichnet worden. Als literarische Figur hat er mich als Leserin einfach nur genervt, alles, was er in den vielen Dialogen von sich gibt, ist zu dick aufgetragen, zu weit entfernt von einem menschlichen Charakter der realen Welt. Niemand würde so denken und sprechen!

An den Nerven der Leserschaft zerrt auch das von Henry James konzipierte Dreiergespann, bestehend aus Isabel Archer, ihrem Mann und der Figur des Lord Warburton, dessen Hochzeitsangebot sie ja ablehnt. Lord Warburton ist edel, hat gute Absichten und ist als Figur einfach angenehm. Als Leserin habe ich mir gewünscht, dass Isabel sich letztendlich doch besinnt und für ihn entscheidet. Immer wieder taucht also seine Figur auf und lässt den Leser bzw. die Leserin hoffen, dass Isabel nicht nur die Erwartungen der Leserschaft, sondern auch die ihrer Zeitgenossen erfüllen möge. Nun ja, das erhoffte Happy End bleibt aus.

Es fällt auf, dass Henry James in diesem 1881 erschienen Roman vor allem die weiblichen Figuren in den Fokus rückt. Alle Frauen leben und wirken nicht  ihrer Zeit entsprechend. Sie sind unabhängig und denken für sich selbst. Henrietta Stackpole beispielsweise ist berufstätig und verdient ihren Lebensunterhalt selbst. Isabels Tante ist zwar pro forma verheiratet, lebt aber völlig unabhängig von ihrem Mann und reist alleine um die Welt. Auch das Weltbild der Protagonistin Isabel Archer spiegelt nicht das Denken einer Frau, die um 1800 lebte, wieder. Aber woher kommt Henry James Idealvorstellung von einer eigenständigen Frau?

Man muss bedenken, dass Henry James in einer Zeit lebte, die bereits feministische Züge hatte. 1877 existierte bereits der Begriff "new woman", den auch Henry James Schriftsteller-Kollegen unterstützten. Charles Reade beispielsweise prägte diesen Begriff in seinem bekannten Roman "A Woman Hater". Mit diesem Ausdruck wurde versucht, das eh schon von Politik und Mode geändertes Frauenbild ein Stückchen weiter Richtung Gleichberechtigung zu forcieren. In der Literatur bemühte man sich vor allem darum, unabhängige Frauen zu charakterisieren. Henry James konzentriert sich in vielen seiner Bücher auf Ex-Amerikanerinnen, die zumeist vermögend sind und im Unterschied zu europäischen Frauen in dieser Zeit heben sie sich dann durch ihren freien Geist und ein Handeln in Eigenverantwortung ab. Ein schöner Stoff, um Bücher zu schreiben.

In dem Buch "Das Porträt einer jungen Damen" bewegt sich Henry James Erzählung in oben geschildertem Milieu. Isabel Archer ist Amerikanerin, unabhängig und vermögend. Der einzige Fehler, den sie macht, ist sich auf einen (falschen)  Mann einzulassen.

Meine Meinung:

Das Buch ist mit über 666 Seiten etwas lang. Teilweise plätschert die Handlung seitenlang so dahin, ohne dass irgendetwas Nennenswertes passiert. Auch fand ich die Passagen über Pantsy, die Tochter von Isabels Mann einfach nur langatmig und unnötig. Mit der richtigen Kürzung wäre das Buch wahrscheinlich angenehmer zu lesen. Über die Figuren kann ich nur sagen, dass mir eigentlich keine einzige davon wirklich sympathisch war. Als Lektorin hätte ich viele ihrer Dialoge gekürzt und auch insgesamt fehlt dem Buch eine ordentliche Portion Rotstift XD. Es ist vielleicht auch etwas schwer ein Buch zu bewerten, dessen gesamte Figurenkonstellation auf Antipathie beim Leser bzw. bei der Leserin trifft. Für mich gibt es aber einfach bessere  Henry James Bücher.

★ ok
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