Sonntag, 3. März 2019

Maria Stuart



Interessiert Ihr Euch für Persönlichkeiten aus der Vergangenheit? Ich finde es ja sehr spannend hier und da mal auf Menschen der Vergangenheit zu blicken, zu erfahren, wie sie gelebt haben und warum manche zum Beispiel bis dato an Faszination nichts eingebüßt haben. Viele gehen auch soweit und  sammeln alles, was sie zu einer gewissen Ikone finden. Die österreichische Kaiserin Sissi ist zum Beispiel so eine Ikone. In vielen österreichischen Firmen hängen auch heute noch riesige Portraits der Kaiserin. Aber hierzulande bekommt man auch an jeder Ecke einen Sissi-Becher oder einen Notizblock mit dem Bild einer in weiß gekleideten Frau mit langen Haaren und Perlen im Zopf. Hübsch sieht sie ja schon aus, aber mein Interesse an der Kaiserin hält sich trotzdem in Grenzen. Und auch sonst lese ich zwar ab und zu gerne etwas über das Viktorianische Zeitalter oder die Kelten und Germanen, das wars aber dann auch schon.

Was ich allerdings sehr gerne mache, ist mir Filme anzusehen, die in einer anderen Zeit spielen. So war ich also vor kurzem auch im KIZ-Royal, einem Englischen Kino, das Filme in Originalsprache zeigt und hab mir den neuen Film über die schottische Königin Maria Stuart angesehen. Der Film war auch der Auslöser dafür, dass ich endlich Stefan Zweigs Buch  Maria Stuart gelesen habe. Lange hat das Buch nun auf meinem SUB verbracht, aber es war einfach nie wirklich der Reiz da das Buch  dann auch zu lesen. Gekauft hatte ich es damals zugegebenermaßen auch nur wegen der schönen Optik mit der Hoffnung es doch irgendwann mal zu lesen. Der Kinofilm änderte das dann schlagartig. Irgendwie hatte ich mir auch ein total ödes Buch erwartet und bin nun doch darüber froh, das Buch  gelesen zu haben, denn es ist alles andere als öde!

Allein Maria Stuarts Biographie ist schon recht turbulent: Als sie auf die Welt kam, war Schottland von politischen und vor allem  von religiösen  Unruhen gezeichnet, weshalb die junge Frau nach Frankreich übersiedelt wurde und an der Seite ihres damaligen Mannes Franz II. aufwuchs. In Frankreich lernt sie alle Künste des hohen Adels kennen und wie spätere Dokumente dann zeigen, schrieb sie sogar selbst Gedichte. Als dann ihr Mann schließlich einen frühen Tod stirbt, muss sie im Alter von 17 Jahren wieder zurück nach Schottland, das ihr nicht den gewohnten Luxus bietet, den sie von Frankreich gewohnt war.  In Schottland angekommen,  gelang es ihr nicht den zahlreichen Spannungen unter den Clans Einhalt zu gebieten. Nachdem  ihr zweiter Gemahl Lord Danley ermordet wird, an dem ihr eine gewisse Mittäterschaft angelastet wurde, geriet sie innenpolitisch unter Druck. Es kommt zur Schlacht, die sie aber verliert und infolgedessen nach England ins Exil flüchten muss. Ihre zweite Lebenshälfte war dann von einem fortwährenden Konflikt mit der Englischen Königin Elisabeth I. geprägt, der als Grund vor allem Maria Stuarts Anspruch auf den englischen Königsthron hatte. Letztendlich verbringt Maria Stuart eine lange Zeit unter Elizabeths Gefangenschaft bevor sie am Ende hingerichtet wird.

Zugegeben, es ist mein erstes Stefan Zweig Buch und ich weiß nicht, wie die anderen Bücher von ihm zu lesen sind, aber Maria Stuart ist ein echter Page-turner. Kaum hat man das Buch begonnen, ist man auch schon mitten drin in Maria Stuarts Gefühlsleben. Zu Beginn scheint der Autor auch ein Faible für seine Protagonistin zu haben, er rühmt Maria Stuarts Geschicklichkeit in allen Künsten aber auch im Sport und schildert sie als begnadete Reiterin, die mit jedem Manne mithalten konnte. Ihre Vorliebe für Literatur und Tanz wird in der Lektüre immer wieder zum Thema. Dann aber schreibt Zweig auch kritisch über Maria Stuarts Gemüt, vor allem ihre Leidenschaft, mit der sie Dinge anpackt und wie sie Männer liebt, fasziniert den Autor. Er porträtiert die schottische Königin als kühne Frau, die von ihrer Leidenschaft gelenkt wird und alles andere außer Acht lässt. Im Gegenzug zu Elizabeth I., die ständig ihrem Land diente, dient Maria Stuart immerzu nur ihrem Herzen.

Wem ein wildes Herz zugeteilt ist, dem frommt es nicht viel, wenn die äußere Welt ihm Glück schenken will und Frieden. Denn ungestüm erschafft es sich immer wieder von innen ein neues Verhängnis und andere Gefahr. 

Einen großen Teil der Erzählung nimmt demnach der Konflikt der beiden Königinnen ein und Zweig hinterfragt dabei Maria Stuarts Entscheidungen und ergänzt sie mit Optionen, die sie anstelle hätte wählen sollen. Der Leser bzw. die Leserin ahnt dabei schon, dass Maria Stuart in ihr eigenes Verderben stürzt und dass, diese Geschichte kein gutes Ende finden wird. Und so begleitet man Maria Stuart durch ihre Lebensabschnitte und weiß doch, dass das Schicksal schon besiegelt ist.

Insgesamt finde ich das Portrait von Maria Stuart gelungen, da es auf Fakten beruht und in einem angenehmen romanhaften Erzählton geschrieben wurde, nicht langweilt und auch Interesse am Schicksal Maria Stuarts weckt.

Fazit:

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, vor allem Stefan Zweigs bildhafte und lebhafte Erzählweise macht Lust auf weitere Bücher des Autors. Ich wäre auch schon gespannt, was Zweig sich ausgedacht hat, als er betreffend Handlung und Charaktere freien Spielraum hatte. Definitiv nicht mein letztes Zweig-Buch! Maria Stuart kann ich allen empfehlen, die sich für historische Persönlichkeiten interessieren oder einfach jemandem, der wissen möchte, wie die Maria Stuart wirklich war. Der Kinofilm zeigt nämlich meiner Meinung nach ein verfälschtes Bild von ihr. Darin gleicht Maria Stuart mehr einer unabhängigen Feministin, die sie ja nun wirklich nicht war!

★ verschlungen!

Dienstag, 19. Februar 2019

Auf verschlungenen Pfaden


Thomas Hardy wird im deutschsprachigen Raum kaum gelesen, was ich sehr schade finde! Er zählt zu meinen Lieblingsschriftstellern. Die Bücher von Thomas Hardy sind immer etwas unkonventionell, man könnte sagen, der gute Herr war ein bisserl ein Freak, das ist aber natürlich positiv gemeint. Seine Geschichten sind sehr einzigartig und somit kann man Hardy auch nicht mit anderen Schriftstellern vergleichen. Der aus der Grafschaft Dorset stammende Schriftsteller interessierte sich stark für die Psychologie des Menschen, was auch in seinen Büchern oft zum Ausruck kommt. Hardys Figuren kämpfen irgendwie immer gegen unheilvolle Kräfte, die teils schicksalhaft, teils von ihren Mitmenschen verursacht sind. 

Auch in seinem 1878 erschienenen Roman The return of the native (Auf verschlungenen Pfaden) spielen menschliche Eigenschaften wie Liebe, Neid, Eifersucht, Stolz und Hass eine wichtige Rolle und geben dem Roman einen tiefgründigen Inhalt. Die eigentliche Story klingt nämlich auf den ersten Blick etwas banal: Im Mittelpunkt steht Eustacia, die wild und schön ist und ohne Rücksicht unbeirrbar ihren Sehnsüchten folgt. Heiraten will sie, aber nur den einen, und zwar Wildeve, denn er versprach ihr, sie an ferne Orte zu bringen. Leider hat die Gute mit Wildeve auf die falsche Karte gesetzt, denn dieser ist als Charakter total wankelmütig und so verlobt er sich mit Thomasine, einer bäuerlichen Schönheit, weil er dann doch lieber in der Heide bleiben würde als in eine Stadt zu ziehen. Da also diese Hochzeit scheitert, kommen noch weitere Figuren ins Spiel. Als nämlich die Dorfgemeinde erfährt, dass Clym aus Paris in die Heide kommt, um seine Mutter zu besuchen, werden die Karten neu gemischt. Alle Frauen zeigen großes Interesse an dem Akademiker, der natürlich noch single ist. Da gibt es dann die Witwe Mrs. Yeobright, die Clym nur zu gern an der Seite ihrer Nichte sehen würde und auch Eustacia könnte sich gut vorstellen, in Paris zu leben, weil sie die Heide hasst und davon träumt von dort wegzukommen. Mit dem Rötelmann kommt dann eine Figur hinzu, die versucht zwischen den anderen zu vermitteln, aber dies natürlich auch nicht einfach so ohne Eigeninteresse tut. In Wirklichkeit hegt er tiefe Gefühle für Thomasine und so geraten die Charaktere in manche Irrungen und Wirrungen, die manchmal nicht unbedingt realitätsnah ausfallen. 

Schauplatz dieser Gefühlsduselei ist die Egdon- Heide im südlichen England, mit ihrem Gestrüpp und Ginstergewächs, dem rauen Klima und der endlosen Einöde, die manch einer aber tief ins Herz geschlossen hat. Genau diese Heide hat nämlich auch Auswirkungen auf die Entscheidungen aller Figuren und wird von Hardy mit viel Liebe für Details beschrieben und wie in einer Ode gefeiert. Ich persönlich liebe ja Hardys Naturschilderungen, sie nehmen in seinen Büchern einen großen Teil ein und erstrecken sich oftmals auf vielen Seiten und manchmal widmet er ihnen auch gleich ein ganzes Kapitel.

Stimmungsmäßig sind wir in diesem Buch ganz im viktorianischen Zeitalter, dessen Bücher immer etwas düster waren und einen Hang zur Mystik hatten. Dies äußert sich bei Hardy vor allem in der Figur des Rötelmannes. Rötelmänner waren in der damaligen Gesellschaft oft Außenseiter, ihre Haut war rot gefärbt und sie lebten als Vagabunde, die von Ort zu Ort zogen und ihre Waren verkauften. Aber auch die Hauptfigur Eustacia ist geheimnisvoll und durch ihre Eigenarten mit einer Hexe vergleichbar.

Hardy geht es aber in seinem Buch nicht nur darum, eine düstere Atmosphäre zu kreieren, primär beschäftigt er sich damit,  wie es auch aus dem englischen Titel herauszulesen ist,  dass sich der Mensch zu seinen Wurzeln zurück besinnt. Wie bereits erwähnt, sind alle Figuren  an die Heide gebunden und ihre Entscheidungen hängen von ihr ab. Die Natur als unüberwindbarer Teil des Menschen, die über allem steht und beständig bleibt im Gegenzug dazu die menschlichen Emotionen.

Ich hatte mit diesem Buch wieder ein tolles Lesevergnügen und kann Thomas Hardy allen, die  gerne Naturschilderungen mögen und kein Problem damit haben, dass sich der Autor manchmal seitenlang in diesen verliert, empfehlen.

 ★ verschlungen!

Mittwoch, 30. Januar 2019

Bananenbrot



Schon wieder ein Rezept? Aber ja doch! Bananenbrot geht einfach immer!!! Ich backe es in letzter Zeit eigentlich wöchentlich, da es so schnell weg ist. Es passt in der Früh als Frühstück, am Nachmittag als Kaffeebegleiter und abends beim Lesen hat man immer eine Hand frei für ein kleines Stückchen. Bananenbrot ist saftig und krümelt so gut wie gar nicht. Manche lieben es einfach so, wie es aus dem Ofen kommt, andere reichen Marmelade dazu oder übergießen das Brot am Ende mit einer Schoko-Glasur, erlaubt ist, was schmeckt. Ich habe heute eine vegane Mascarpone-Espresso-Creme dazugemacht. 


Bananenbrot ist ein Rezept aus dem englischen Raum, genaugenommen aus den USA. Es ist in Wirklichkeit auch ein Kuchen und das Brot im Namen irritiert ein wenig, denn auch die Konsistenz gleicht einem Kuchen und hat mit Brot nicht besonders viel am Hut, außer der Kastenform vielleicht. Im Gegensatz zu anderen Kuchenrezepten ist Bananenbrot viel gesünder, weil es fast ohne Zucker auskommt und alle anderen Zutaten, die dafür in den Teig kommen, haben wenig Kalorien aber viele Nährstoffe. In der gelben Frucht stecken beispielsweise viele Mineralien und die Banane ist ein tolles Mittel gegen Depressionen. Eine aktuelle Studie von MIND hat nachgewiesen, dass sich viele Probanden nach dem Verzehr von Bananen viel besser fühlten. Das liegt daran, dass in Bananen Tryptophan vorkommt, eine Art von Protein, das der Körper in Serotonin umwandeln kann.  Aber genug gequatscht! Für ein leckeres, veganes und saftiges Bananenbrot braucht man:

3 Tassen Mehl (ich mische im Verhältnis 2:1 je  2 Tassen Dinkel- und 1 Tasse Weizenmehl)
1 Tasse gemahlene Haselnüsse
5 EL Kakaopulver, ungesüßt
3 Tl Backpulver
4 reife Bananen
eine Prise Salz
1 Pkg Vanillezucker
1/2 Tasse Rapsöl
1 Tasse Mandelmilch
4 El Ahornsirup
3 Tl Zimt
1 Tasse braunen Zucker
4 El vegane Schokodrops
2 Tl Apfelessig
Backpapier

Der Teig für das Brot ist schnell gemacht: In einer  Rührschüssel zerdrückt man mit einer Gabel die Bananen und gießt die Mandelmilch dazu. Danach kommt der Ahornsirup, der Apfelessig, der Vanillezucker und das Öl dazu. Mit einem Schneebesen wird alles gut vermischt. In einer anderen Schüssel kommen alle trockenen Bestandteile, wie Mehl, Backpulver, Zucker, Haselnüsse, Salz, Zimt und Kakao und werden zu einer einheitlichen Masse verrührt.

Nun gibt man die trockene Mischung immer löffelweise zu den zerdrückten Bananen und hebt diese portionsweise unter bis alles aufgebraucht ist. Am Schluss kommen noch die Schokodrops dazu und fertig ist der Teig. 

Dann wird eine Kastenform mit Backpapier ausgekleidet und der Teig hineingefüllt. Glattstreichen und für 50 - 60 Minuten bei 200 Grad backen. Je nach Ofenleistung, am besten nach 50 Minuten eine Stäbchenprobe machen.




Wer noch eine Mascarpone-Espresso-Creme dazumachen möchte, nimmt einfach eine 250g-Packung vegane Mascarpone (in Österreich gibt es diese beim Penny) und rührt eine halbe Tasse Espresso rein und gibt 2 El Ahornsirup dazu. Ich hab noch Mandeln gehackt und die Creme damit verfeinert. Es schmeckt aber auch ohne Beilage sehr lecker und das Brot bleibt lange saftig. Ich könnte es täglich essen :)) und serviere es am liebsten zu einer Tasse heißem Kaffee. Das Brot kam übrigens auch bei allen meinen Freunden total gut an und viele konnten gar nicht glauben, dass es vegan ist. 

Samstag, 19. Januar 2019

Cremige Pilz - Tagliatelle


Kaltes Wetter heute draußen! Ich war den ganzen Tag mit meinem Husky in den Wäldern unterwegs, vorbei an der Burgruine Gösting und dann noch weitere zwei Stunden zum nächsten Dorf entlang. Der Waldboden war steif gefroren, das hat meiner Husky-Dame natürlich besonders gut gefallen. Als ich dann mit eiskalten Händen die Wohnungstüre aufsperrte und endlich ins Warme durfte, bemerkte ich wie hungrig ich war. Etwas Schnelles und Wärmendes musste her. Kühlschrank auf, Pilze und Creme waren vorhanden, Pasta geht immer, also wurden es Tagliatelle, die hatte ich eh schon lange nicht mehr. 


Mit Nudelgerichten ist das so eine Sache, aber mit den richtigen Zutaten können sie eine gesunde Mahlzeit ergeben. Ich habe mein Gericht mit einem leckeren Nussöl aufgewertet, außerdem gibt es dem Gericht noch eine extra Portion Geschmack. Nussöl ist zudem auch sehr gesund und reich an Omega-3-Fettsäuren, Magnesium und B-Vitaminen. Darüber hinaus hat Walnussöl eine positive Wirkung auf die Nerven. Viele Köche nehmen es auch als Ersatz für Butter beim Kuchenbacken, das hab ich allerdings noch nie ausprobiert. Mein Walnussöl landet in den Saucen und Salatmarinaden und oft gebe ich auch ein paar Tropfen davon zum Hundefutter, denn auch für Hunde ist es gesund. Für mein cremiges Tagliatelle-Gericht braucht man außerdem:

natürlich Tagliatelle (die von Barilla sind vegan und sehr lecker!)
250g braune Champignons
1 Tasse vegane Brühe
1 Tasse pflanzliche Milch
1/2  Tasse Soja-Creme oder Hafercreme
1 kleine Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
2 El Mehl, ich habe Dinkelvollkornmehl genommen
einen Spritzer Balsamico-Essig
frische Petersilie und frisches Basilikum
Thymian 
Salz und Pfeffer
2 El Walnuss-Öl
reichlich Olivenöl 
1 Tl Chili-Flocken
2 El geriebene Haselnüsse

Für die Sauce schneidet man erstmals die Zwiebel in kleine, feine Würfel und hackt den Knoblauch fein. Dann werden die Champignons in feine Scheiben geschnitten. In einer Pfanne gibt man einen guten Schuss Olivenöl und  die Zwiebel hinein. Diese bratet man für zwei Minuten an, bevor sie braun werden, gibt man die Champignons, den Knoblauch und eine gute Prise Thymian in die Pfanne und bratet alles so lange, bis die Champignons eine schöne braune Farbe bekommen. Das ist auch wichtig, damit die Sauce später erstens lecker nach Pilzen schmeckt und zweitens damit sie nicht blass und milchig aussieht. 


Sobald also die Champignons braun sind, stäubt man alles mit Mehl und rührt dann eine weitere Minute um. Hier muss man nun vorsichtig sein, denn nach Zugabe des Mehls brennt das schnell an und man sollte stets rühren. Nach etwa einer Minute löscht man die Pilz-Zwiebelmischung mit dem Balsamico-Essig ab und lässt diesen verdampfen. Anschließend kommt die Brühe, die Pflanzenmilch und die Creme in die Pfanne. Die Sauce lässt man nun auf kl. Flamme so lange kochen bis sie eindickt. Diese nimmt man dann vom Herd und rührt das Walnuss-Öl unter die Sauce. 

Das Öl sollte nicht mitgekocht werden. 

Die Sauce schmeckt man mit Salz und Pfeffer und den übrigen Kräutern ab. Nun kocht man noch die Nudeln nach Packungsanleitung, seiht diese ab und gibt sie in die Pfanne zur Sauce. Die Tagliatelle mit Chili-Flocken und geriebenen Haselnüssen servieren.

Guten Appetit! 

Montag, 31. Dezember 2018

Landpartie

Manesse Verlag  2018 / insgesamt 739 Seiten /  München

Deutsche Literatur hat für mich den Beigeschmack trocken und langweilig zu sein. Oft fehlt den großen Werken der deutschen Literatur die Passion, die manch französischer Schriftsteller in seine Bücher packt oder wenn ich sie mit der englischen Literatur vergleiche, dann geht mir manchmal auch die Atmosphäre ab. Irgendwie verbinde ich deutsche Literatur dann auch sehr oft mit meiner Schulzeit, in der ich gezwungen war, all die "schwere Kost" zu lesen, die mein teenagerhaftes Denkvermögen einfach nicht imstande war zu begreifen. Und zugegeben, wer liest im Alter von 12 Jahren schon gerne Texte in Drama-Form? 

Einige Lichtblicke gibt es allerdings: Hermann Hesse, Michael Ende, Theodor Storm und Goethe zählen heutzutage zu meinen Lieblingsautoren, aber dann ist auch schon Ende im Gelände. Umso erstaunter war ich dann, als ich den deutschen Schriftsteller Eduard von Keyserling für mich entdeckte. Warum Keyserling als deutscher Schriftsteller betrachtet wird, ist mir zwar ein Rätsel, denn genau genommen, entstammte er eigentlich dem baltischen Zweig der ländlich-adeligen Familie Keyserlingk, die im heutigen Lettland ein Schloss namens Paddern bewohnte. Wer mich hierzu also genauer aufklären kann, möge dies tun! 

Wie ich nun auf Keyserling gestoßen bin, ist einfach. Es gibt da einen wunderbaren deutschen Verlag, der mit viel Liebe und Engagement Klassiker neu übersetzt und diese als Schmuckausgaben an den Mann / an die Frau bringt, sprich: ich stöbere immer wieder auf der Manesse -Homepage, wo mir auch Keyserlings Buch ins Auge gestochen ist. 

Keyserlings Werk "Eine Landpartie. Gesammelte Erzählungen" widmet sich bis auf ein paar Ausnahmen dem Leben der Adeligen des 19. Jahrhunderts und setzt dabei den Fokus auf die Jahreszeit Sommer. Das vom Verlag zusammengestellte Buch enthält mehrere Kurzgeschichten, die zum Großteil ihre Handlung im Sommer haben. Wobei ich auch sagen muss, dass bei Keyserlings Erzählungen nicht die Handlung selbst im Mittelpunkt steht. Vielmehr macht seine Erzählweise Lust auf die Geschichten, denn sie ist poetisch und fällt sehr lyrisch aus. Keyserling ist als Erzähler mehr Zuseher, der Situationen und Stimmungen wiedergibt, wie sie beispielsweise ein Maler machen würde, wenn er denn dazu Worte gebräuchte. Im Anhang der Manesse-Ausgabe beschäftigt sich auch Florian Illies mit Keyserlings Erzählkunst und gibt Tipps wie der Leser bzw. die Leserin einen Keyserling gebrauchen könnte. Darin findet er eine gute Erklärung, warum es der Autor schafft, so stimmungsvoll und detailreich einen Sommerabend zu beschreiben. Keyserling litt an Syphillis, die auch dazu beitrug, dass er erblindete und somit alle Erlebnisse vor seinem geistigen Auge heraufbeschwören musste. Natürlich ist allgemein bekannt, dass sich alle anderen Sinne verschärfen, wenn wir auf zB unser Sehvermögen verzichten müssen.

Die Geschichten in diesem Buch sind nicht abenteuerlich, nicht besonders spannend und haben wie bereits erwähnt nur wenig Handlung, aber dennoch macht das Lesen viel Spaß, weil Keyserling beim Lesen den Sommer mit allen Facetten heraufbeschwört. Die lauen Sommerabende mit zirpenden Grillen, der Duft des Heus und das Licht der Abenddämmerung werden greifbar. Und obwohl die Geschichten nicht wirklich traurig sind, haftet an ihnen eine gewisse melancholische Grundstimmung, die so ein Sommer nun mal in sich hat, denn wie jeder weiß, hat auch der schönste Sommer ein Ablaufdatum.

Apropo Ablaufdatum, da Keyserling von der Fin de Siècle Bewegung beeinflusst war, die in der Literatur den Fokus auf alles Kunstvolle und Schöne setzte und durch den technischen Fortschritt die Vorherrschaft des Adels gefährdet sah, weil man befürchtete, dass die Industriealisierung die Gesellschaftsschichten durcheinanderwirbeln würde, herrschte eine Endzeitstimmung und die AutorenInnen dieser Zeit verfielen in ihren Werken dem Weltschmerz und der Melancholie. Dies ist auch bei Keyserlings Geschichte nachzuempfinden, aber Keyserling hingegen hat eher Spot für die obere Gesellschaftsschicht übrig, weshalb der Adel in seinen Geschichten auch als gelangweiltes, dekadentes und sich selbst überlassenes Volk porträtiert wird. So sitzen die Figuren auch in "Landpartie" in ihren Residenzen, Wein trinkend und lästernd, während um sie herum der Sommer langsam vor sich hin stirbt und in all ihrem Luxus und in all ihrer Dekadenz, haben sie nichts Besseres zu tun als ihre Nasen in das Leben anderer zu stecken.

Mir hat das Lesen dieses Buches sehr viel Spaß gemacht! Keyserling ist efrischend, Keyserling ist poetisch und lyrisch und Keyserling beobachtet ohne zu werten. Wer also nun mit dicken Socken zu Hause sitzt und sich ein bisschen nach Sommer sehnt, dem empfehle ich dieses Buch wärmstens, denn mehr Sommer wird man in keinem anderen Buch finden!

★ verschlungen!

Dienstag, 9. Oktober 2018

Als ich im Sterben lag

Penguin Classics, 207 Seiten 

William Faulkner stand schon so lange auf meiner To-Read-Liste, dass ich mich nun ernsthaft frage, warum es so lange gedauert hat, bis ich endlich ein Buch von ihm gelesen habe. Zur Auswahl standen neben Als ich im Sterben lag auch seine Romane Schall und Wahn und Licht im August. Der Grund, weshalb es dann das zuerst genannte Buch wurde, ist simpel: Ich hab das Buch spottbillig in einem Second Hand Shop ergattert. 

William Faulkner ist unabhängig der Buchauswahl ein begnadeter Schriftsteller, den man gelesen haben MUSS! In seinen Romanen setzt er den Fokus auf die Südstaaten Amerikas und bearbeitet Themen wie Bürgerkrieg, Religion und den damit einhergehenden Aberglauben und gibt gleichzeitig eine kritische Sichtweise auf die Dekadenz der Reichen im Kontrast zum Leben und Sein der restlichen ärmeren Bevölkerung. 

Auch in dem Buch Als ich im Sterben lag sind die Protagonisten eher einfältige Menschen, Träumer, Märtyrer und Abergläubige. Geschildert wird ein kurzer Abschnitt in Anse Bundrens Leben, das vier Söhne und eine Tochter beinhaltet. Die Familie steht vor der Aufgabe, die vor kurzem verstorbene Mutter/Frau mitsamt Sarg in ihr Heimatdorf zu befördern, um diese dort zu beerdigen. Dabei erzählt Faulkner kapitelweise aus Sicht der jeweiligen Figuren und der Leser erschließt sich die Handlung durch 59 innere Monologe, die schon aufgrund der unterschiedlichen Figuren alle total anders ausfallen. Da ich das Buch auf Englisch gelesen habe, war es manchmal aber recht mühsam das Buch zu lesen, weil die Figuren aufgrund der schlechten Bildung nicht richtig fähig waren, Sätze grammatisch korrekt zu generieren. Die Sprache bleibt somit eher flach und bis auf die Schilderung von kurzen Landschafts- und Naturbeschreibungen bleibt wenig Raum für poetische Sprache. Auch setzt Faulkner den Fokus nicht auf die Handlung, die in diesem Fall der Transport der Verstorbenen ist, sondern auf die Psychologie seiner Figuren. Wer also lieber Bücher mit viel Handlung und Spannung bevorzugt, wird sich mit Faulkner vermutlich langweilen. 

"When I was a boy I first learned how much better water tastes when it has set a while in a cedar bucket. Warmish-cool with a faint taste like the hot July wind in the Cedar trees smells"

Immerhin bleibt dem Leser bzw. der Leserin die Zerrissenheit genau dieser Figuren, ihre Träume, ihr Hass und ihre Verzweiflung und all das schildert Faulkner so ausgeklügelt psychologisch und ermöglicht dem Leser / der Leserin dadurch, ganz nahe bei der erzählten Welt zu sein. 

"The sun, an hour above the horizon, is poized like a bloody egg upon a crest of thunderheads; the light has turned copper: in the eye portentous, in the nose sulphurous, smelling of lightning" 

Diese schnörkellose Sprache, aber auch der  Perspektivenwechsel mag nicht bei jedem Leser bzw. bei jeder Leserin ankommen, hat man es aber geschafft, sich damit anzufreunden, macht das Buch Spaß und man erkennt in allem, dass Faulkner ein guter Kenner des menschlichen Lebens war. Ich habe für dieses Buch einfach aus mehreren Gründen Sympathie empfunden. In erster Linie war es so einfach geschrieben, aber zum dargestellten Milieu hätte eine andere Schreibweise auch einfach gar nicht erst gepasst. Das Gesamtkonzept aus Figuren, Stimmung und den Problemen, mit denen sie kämpfen und hadern ist harmonisch und man wünscht es sich nicht anders.

Rory Gilmore Reading Challenge: 64 von 300 gelesen ;)

★ verschlungen!

Montag, 21. Mai 2018

Peter Pan

Servus,

hier ist es in letzter Zeit etwas ruhiger geworden, das hat aber gleichzeitig mehrere Gründe. Momentan bin ich dabei mein Studium abzuschließen und seit April habe ich mich auch um einen Husky-Welpen zu kümmern, der leider aus einer nicht artgerechten Haltung stammt und viel Aufmerksamkeit und Erziehung braucht. Ich hoffe, dass meine Süße Latikka bald bei mir einziehen kann, drückt mir die Daumen! Ich lieb sie sehr !! Viel Zeit zum Lesen blieb mir in letzter Zeit leider nicht. Außer Studienlektüre las ich viele Gedichtbände und ein paar kurze Krimis, die ich hier wahrscheinlich nicht vorstellen werde. Darüber hinaus blieb auch noch etwas Zeit, um die Geschichte von Peter Pan erneut zu lesen. Es muss Jahre her sein, als Kind liebte ich die Geschichte vom kleinen Jungen, der einfach nicht erwachsen werden wollte. 


Wir alle kennen den Inhalt mehr oder weniger. Irgendwann werden Kinder erwachsen - alle, außer Peter Pan. Ein Junge, der als Kind von zu Hause fortlief und seither auf der Insel Nimmerland lebt und zahlreiche Abenteuer widerfährt. Zusammen mit anderen verlorenen Jungen sehnt er sich aber heimlich nach einer Mutter und als er eines Abends auf Wendy und ihre Brüder trifft, ändert sich Peters Leben dann schlagartig und die Geschichte beginnt.   

When the first baby laughed for the first time, its laugh broke into a thousand pieces, and they all went skipping about, and that was the beginning of fairies. 

Peter Pan war immer eines meiner liebsten Märchen. Genau wie Peter Pan wollte ich für immer Kind bleiben und Abenteuer erleben, spielen und Schabernack treiben. Der rastlose Geist ist mir geblieben, aber heute, wo ich selbst doch erwachsen geworden bin, sehe ich die Geschichte dann doch reflektierter und die kritische Sichtweise, die ich mit Anfang 30 habe, erlaubt es nicht, die Geschichte wie früher zu lesen. 

Für ein Kinderbuch ist Peter Pan eigentlich recht düster, da aber Kinder nicht so reflektiert denken, wie Erwachsene konzentriert sich ihre Wahrnehmung der erzählten Welt auf andere Dinge als bei uns. Während dem Lesen hatte ich dann doch mehr Mitleid mit den Eltern, die voller Sorgen zu Hause sitzen mussten, während ihre Kinder einfach so aus dem Fenster flogen und sich auf und davon machten und ihre Eltern vergaßen. Peter Pan hat viele grausame Züge, verhält sich egoistisch und naiv, vergisst alles und stürzt sich ohne Nachzudenken in jedes Abenteuer (to die will be an awfully big adventure). Als er Wendy und ihre Brüder in sein Reich holt, konzentriert er sich primär auf Wendy und ihm ist dabei völlig egal, wie sie sich fühlt. 

 Peter Pan ist in Wirklichkeit ein einsames Kind, das gegen Piraten kämpft und wenn es einmal aussichtslos wird, sieht er sogar im Sterben das Abenteuer. Sterben tut er natürlich nicht, aber diese Todessehnsucht, wie sie auch bei anderen berühmten alterslosen Figuren zu finden ist, ist auch Peter Pan nicht fremd. Vergleichen wir dazu beispielsweise Dorian Gray. 


Zu Peter Pan gibt es ganz unterschiedliche Interpretationsansichten, James Matthew Barrie hat aber einmal offenbart, dass er in seinem Werk die Geschichte von verlassenen Kindern aufarbeitet und in Wirklichkeit handelt es sich bei den auf Nimmerland lebenden Jungen um sogenannte "Lost Boys", deren Anführer Peter Pan ist. Trotz der kritischen Aspekte, die die Erzählung innehat, liest sich das Buch flüssig und ist voller Abenteuer. Es lässt einen die Realität für eine kurze Dauer ausblenden und natürlich macht es Spaß mit Peter Pan durch die Gegend zu fliegen und zumindest fiktiv Schabernack  zu treiben für den es keine echten Konsequenzen gibt. Und auch wenn ich das Buch nun nicht mehr so lesen kann wie früher, mir bleibt immerhin der Vergleich und das möchte man nicht missen. Lest es Euren Kindern auf jeden Fall vor!

★ verschlungen!
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